Europa 2020

„Europa 2020“ ist die derzeitige Wachstumsstrategie der Europäischen Union (EU). Dieses Wirtschaftsprogramm wurde im Juni 2010 auf Initiative von Kommissionspräsident José Manuel Barroso vom Europäischen Rat verabschiedet und ist seither gültig. Ziel dieser Strategie ist es, eine „intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft“ für Europa zu entwickeln, um innerhalb der EU ein hohes Maß an Beschäftigung, Produktivität und sozialem Zusammenhalt zu erreichen. Doch was wird durch diese Ausdrücke definiert? Hierzu ein grober Überblick zum besseren Verständnis:

Ziele der Strategie

  • intelligente Wirtschaft = Förderung von Wissen, Innovation und Bildung sowie der digitalen Gesellschaft
  • nachhaltige Wirtschaft = Förderung einer ressourcenschonenden, ökologischeren und wettbewerbsfähigeren Wirtschaft
  • integrative Wirtschaft = Förderung einer Wirtschaft mit hoher Beschäftigung und ausgeprägtem sozialen und territorialen Zusammenhalt

Dieser Wunsch nach einer „intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wirtschaft“ findet seinen konkreten Ausdruck in den festgelegten, ehrgeizigen Zielen, die die Union in den fünf Bereichen Beschäftigung, Innovation, Bildung, soziale Integration und Klima/Energie bis 2020 verwirklicht sehen will. Für jeden dieser fünf Bereiche hat jeder Mitgliedstaat seine eigenen nationalen Ziele entwickelt. Ferner wird diese Strategie durch konkrete Maßnahmen auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten untermauert. Die Fortschritte und Entwicklungen bei der Umsetzung der Strategie werden jährlich vom Europäischen Rat überprüft.

Die fünf EU-Hauptziele bis zum Jahr 2020:


1. Beschäftigung
- 75 % der 20- bis 64-Jährigen sollen in Arbeit stehen.
 
2. FuE und Innovation
- 3 % des BIP der EU sollen für FuE (Forschung und Entwicklung) und Innovation aufgewendet werden (öffentliche und private Investitionen).

3. Klimawandel und Energie
- Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20 % (oder sogar um 30 %, sofern die Voraussetzungen hierfür gegeben sind) gegenüber 1990;
- Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 20 %;
- Steigerung der Energieeffizienz um 20 %.

4. Bildung
- Verringerung der Schulabbrecherquote auf unter 10 %;
- Steigerung des Anteils der 30- bis 34-Jährigen mit abgeschlossener Hochschulbildung auf mindestens 40 %.

5. Armut und soziale Ausgrenzung
- Die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen oder bedrohten Menschen soll um mindestens 20 Millionen gesenkt werden.

Vorgänger der „Europa 2020“-Strategie war die „Lissabon-Strategie“ (von März 2000 bis Frühjahr 2010), deren Ziele nach zehn Jahren leider nicht erreicht worden sind. Die „Lissabon-Strategie“ umfasste Maßnahmen in den Bereichen Forschung, allgemeine und berufliche Bildung, soziale Sicherheit, Internetzugang und Online-Handel in Europa.

Hessen-Navigator

Wie können wir Ihnen helfen? Geben Sie einen Suchbegriff ein.