Die Geschichte des Regierungspräsidiums Darmstadt

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Fassade Neues Kanzleigebäude
Neues Kanzleigebäude - Wiederaufbau 1951

Die Geschichte des Regierungspräsidiums Darmstadt ist im Gegensatz zu anderen Regierungspräsidien, die seit Anfang des 19. Jahrhunderts bestehen, relativ jung. Sie beginnt erst nach dem Zweiten Weltkrieg, da es diese Verwaltungsinstitution im ehemaligen Großherzogtum Hessen-Darmstadt und im Volksstaat Hessen nicht gegeben hat. Aber es gab artverwandte Behörden, Provinzialregierungen, so genannte Administrations-Mittelbehörden, die Bündelungscharakter hatten. Sie waren für die drei Provinzen Starkenburg (in Darmstadt), Oberhessen (in Gießen), Westfalen (in Arnsberg) und ab 1815 für Rheinhessen (in Mainz) zuständig, als Westfalen an Preußen fiel.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 endete die Selbständigkeit der seit 1803 bestehenden Provinzialregierungen; 1937 wurden sie endgültig aufgelöst.

Der Politiker Prof. Dr. Ludwig Bergsträsser nahm noch während des Krieges im April 1945 mit der amerikanischen Besatzungsmacht Kontakt auf und bemühte sich um die Schaffung eines hessischen Gesamtstaates. Bergsträssers Idee von einem „Groß-Hessen“ wurde durch die Proklamation der amerikanischen Militärregierung vom 19. September 1945 Wirklichkeit. Am 16. Oktober konstituierte sich das neue Land Hessen mit einer Landesregierung unter Prof. Dr. Karl Hermann Geiler in Wiesbaden aus den ehemaligen preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau sowie dem ehemaligen Volksstaat Hessen.

Zur gleichen Zeit wurde Ludwig Bergsträsser zum Regierungspräsidenten für Hessen ernannt. Im Januar 1946 erhielt seine Dienststelle die Bezeichnung „Regierungspräsident Darmstadt“.

Der Regierungsbezirk Darmstadt wurde einige Monate vorher aus den früheren Kreisen der Provinz Starkenburg (mit Bensheim, Heppenheim, Darmstadt, Erbach, Groß-Gerau, Offenbach und den rechtsrheinischen Orten Bischofsheim, Ginsheim und Gustavsburg des Kreises Mainz) und der Provinz Oberhessen mit (Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach, Schotten) des Großherzogtums bzw. Volksstaates Hessen sowie den selbständigen Stadtkreisen Darmstadt, Gießen und Offenbach gebildet.

Im Jahr 1968 kam der ehemals selbständige Regierungsbezirk Wiesbaden mit seinen Kreisen Biedenkopf, Dill, Gelnhausen, Hanau, Limburg, Main-Taunus, Oberlahn, Obertaunus, Rheingau, Schlüchtern, Untertaunus, Usingen und Wetzlar sowie den kreisfreien Städte Frankfurt am Main, Hanau und Wiesbaden hinzu.

1981 wurde aus den Kreisen Alsfeld/Lauterbach (heute Vogelsbergkreis), Gießen, Limburg-Weilburg, Lahn-Dill und Marburg-Biedenkopf der Regierungsbezirk Gießen geschaffen.

Mehr Infos finden Sie in unserer Broschüre „Das Kollegiengebäude – ein Mosaikstein in Hessens Historie“.

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