Boden- / Grundwasserschäden

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im Boden vergrabene Fässer
Fund von Altölfässern im Rahmen einer Bodensanierung

Durch den Umgang mit umweltgefährdenden Stoffen sind in der Vergangenheit zahlreiche schädliche Bodenverunreinigungen und daraus resultierende Grundwasserverunreinigungen entstanden. Auch das unsachgemäße Ablagern von Abfall, wie es oftmals bei stillgelegten Ablagerungen, Deponien oder „wilden Müllkippen“ der Fall war, führte noch nach Jahren durch Verfrachtung von Schadstoffen sowie biologische, chemische und physikalische Ab- und Umbauprozesse zu schädlichen Boden- und Grundwasserverunreinigungen.

Diese Verunreinigungen haben oft negative Auswirkungen auf die Funktion des Bodens als Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen, Bodenorganismen und auf die öffentliche und private Trinkwasserversorgung. Sie zu beseitigen oder zumindest die daraus resultierenden Auswirkungen und Gefahren für Mensch und Umwelt zu minimieren bzw. abzuwehren ist unsere vordringliche Aufgabe.

Im Dienstbezirk des Regierungspräsidiums Darmstadt sind zurzeit rund 1400 Altlasten, Bodenverunreinigungen und Grundwasserschäden in Bearbeitung. Darunter sind einige, die über die engeren Grenzen hinaus und sogar bundesweit bekannt geworden sind, wie z. B. die Sanierung des Pionierparks Mühlheim/Main oder die Sanierung Neuschloss in Lampertheim.

Altlastenverdächtige Flächen und Grundwasserschadensfälle werden von uns erfasst, bewertet und überwacht. Wir veranlassen auch die Sanierungen.

Altlasten
Im Bodenschutzrecht werden Altablagerungen und Altstandorte unterschieden. Altablagerungen sind stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen oder Flächen, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder abgelagert wurden (z.B. ehemalige Müllkippen). Grundstücke stillgelegter Anlagen, d.h. ehemals gewerblich oder industriell genutzte Flächen, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen wurde, sind Altstandorte. Aufgrund des ehemaligen Umgangs mit umweltgefährdenden Stoffen und Abfällen können von Altstandorten und Altablagerungen Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit ausgehen. In diesem Fall werden die Altablagerungen und Altstandorte als „Altlasten“ nach Bundes-Bodenschutzgesetz bezeichnet.
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Altlasteninformationen
Die Altflächendatei des Landes Hessen ist eine zentrale Datenbank, das sogenannte Fachinformationssystem Altflächen und Grundwasserschadensfälle (FIS AG), worin bodenschutzrelevante Erkenntnisse gespeichert werden, die bei den Hessischen Landes- und Kommunalbehörden verfügbar sind. Insbesondere werden in der Altflächendatei Erkenntnisse über Altstandorte, Altablagerungen, altlastenverdächtige Flächen, Altlasten, Verdachtsflächen und schädliche Bodenveränderungen erfasst. Zusätzlich erfolgt bei Altstandorten durch die Branchenzuordnung abgemeldeter Betriebe eine erste Abschätzung des Gefährdungspotentials von Klasse 1 (sehr geringes Gefährdungspotential) bis Klasse 5 (sehr hohes Gefährdungspotential).
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Baugenehmigungsverfahren
Bei Nutzung von altlastenverdächtigen Flächen oder Altlasten bestehen oft Interessenkonflikte. Durch eine Beteiligung der Bodenschutzbehörde bei Bauleitplanung und Baugenehmigungsverfahren werden die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes gewahrt.
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Mitwirkungspflichten
Im Hessischen Altlasten-und Bodenschutzgesetz (HAltBodSchG) vom 28. September 2007 wurden in § 4 Mitwirkungspflichten zur Mitarbeit mit der Bodenschutzbehörde geregelt. Mitwirkungspflichten gibt es für Sanierungspflichtige und ggf. im Zuge von Baumaßnahmen, Baugrunduntersuchungen, Ausschachtungen oder ähnlichen Eingriffen sowie beim Aufbringen von Materialien auf oder in den Boden mit einem Volumen über 600 m³.
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Sanierungspflichten
Die Sanierungspflichtigen sind in § 4 Abs. 3, 5 und 6 des Bundes-Bodenschutzgesetzes definiert, wobei die Auswahl des jeweiligen Sanierungspflichtigen im Ermessen der Bodenschutzbehörde steht. Hierbei spielt u. a. die Effektivität der Gefahrenabwehr eine entscheidende Rolle. Mehrere Sanierungspflichtige haben untereinander einen (zivilrechtlichen) Ausgleichsanspruch.
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Sanierung Neuschloss
Eine der größten Altlastensanierungsfälle Deutschlands ist die Wohnsiedlung Lampertheim-Neuschloss im Süden Hessens. Hier wurden auf dem ehemaligen Betriebsgelände einer Chemischen Fabrik ab den 1950er Jahre Wohngebäude errichtet. Die Sanierung bedeutete für die Bevölkerung von Beginn an eine große Belastung und stellte auch die Behörden und Sanierungs-Firmen vor große Herausforderungen. Es galt 125 Wohngrundstücke auf einer Fläche von nur 8 ha durch Bodenaustausch bis mindestens 1 m Tiefe zu sanieren.
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Vorsorgender Bodenschutz
Vorsorgender Bodenschutz hat zum Ziel, die Funktionen des Bodens nachhaltig zu sichern und wiederherzustellen. Dies beinhaltet u. a.:

  • die Vorsorge gegen das Entstehen schadstoffbedingter schädlicher Bodenveränderungen,
  • den Schutz vor Erosion und Verdichtung sowie
  • einen sparsamen und schonenden Umgang mit dem Boden (Vermeidung von Flächeninanspruchnahme und Bodenversiegelung).

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