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Immobilienmakler

Nach § 2 Abs. 1 Nr. 10 des Geldwäschegesetzes (GwG) zählen Immobilienmakler zu den „Verpflichteten“ des Gesetzes. Als Verpflichteter haben Sie die Vorschriften des GwG zu beachten und sich so davor zu schützen, von Kriminellen zur Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden. Der Gesetzgeber hat die Immobilienmakler bewusst zusätzlich zu Notaren verpflichtet – bereits im Vorfeld eines Immobilienkaufs können Sie möglicherweise Verdachtsmomente erkennen, die den Notaren verborgen bleiben.

In einer vom Bundeskriminalamt (BKA) in Auftrag gegebenen Studie wurde die Eignung der Immobilienbranche für Geldwäschezwecke bestätigt. Die Zusammenfassung der Ergebnisse können Sie im Downloadbereich einsehen. Als Immobilienmakler erhalten Sie darüber hinaus Zugriff auf das zugehörige Anhaltspunktepapier mit Verdachtsmomenten  speziell für die Immobilienbranche wenn Sie eine E-Mail an geldwaeschepraevention@rpda.hessen.de  mit dem Betreff „Geschützter Link FIU“ senden.

Geldwäscher und Terroristen wollen anonym bleiben. Aus diesem Grund sind die Identifizierung des Vertragspartners und eines möglicher Weise dahinter stehenden wirtschaftlich Berechtigten von zentraler Bedeutung. Die Identifizierungspflicht für Immobilienmakler tritt zu einem sehr frühen Zeitpunkt ein. Falls einer der folgenden Sachverhalte zutrifft, müssen Sie Ihren Vertragspartner und ggf. den wirtschaftlich Berechtigten identifizieren:

  • Wenn Sie den Verkauf einer Immobilie vermitteln: Grundsätzlich bereits vor Begründung einer Geschäftsbeziehung = Maklervertrag. Maßgeblich sind das gegenüber Ihrem Vertragspartner zum Ausdruck gebrachte Provisionsverlangen und seine persönliche Anwesenheit. Vertragspartner des Maklers sind ggf. auch Interessenten, nicht nur Verkäufer und/oder tatsächlicher Käufer eines Objektes!
    Hinweis: Bei der Vermittlung von Mietobjekten besteht derzeit keine Identifizierungspflicht.
  • Wenn außerhalb einer bestehenden Geschäftsbeziehung eine Transaktion ab 15.000 € durchgeführt wird, auch wenn dieser Betrag durch Stückelung erreicht wird.
  • Wenn Sie den Verdacht haben oder wissen, dass beim Kauf einer Immobilie Geld aus einer Straftat „gewaschen“ werden soll und zwar unabhängig vom Bestehen einer Geschäftsbeziehung. Die Abgabe einer Geldwäscheverdachtsmeldung ist in derartigen Fällen obligatorisch.
  • Bei Zweifeln an den Angaben des Vertragspartners über seine Identität oder die Identität des wirtschaftlich Berechtigten.

Über die Identifizierung und die Geschäftsbeziehungen müssen Sie Aufzeichnungen fertigen und diese aufbewahren.

Details hierzu und zur Identifizierungspflicht entnehmen Sie bitte den eingestellten weiterführenden Unterlagen!

Außerdem müssen Sie Ihrem Risiko entsprechende Sicherungssysteme und Kontrollen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung einführen und stets aktualisieren. Verdachtsfälle müssen Sie melden. Sie müssen gewährleisten, dass Ihre Mitarbeiter Kenntnis von den Vorschriften des GwG und von aktuellen Typologien und Methoden der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung haben und die geldwäscherechtlichen Pflichten sowie Ihre internen Anweisungen zum Schutz Ihres Unternehmens/Gewerbebetriebes einhalten.

Da Sie verpflichtet sind, der Aufsichtsbehörde auf Verlangen unentgeltlich Auskünfte über alle Geschäftsangelegenheiten zu erteilen und Unterlagen vorzulegen, die für die Einhaltung der im GwG festgelegten Anforderungen von Bedeutung sind, empfiehlt es sich, auch Ihre internen Sicherungsmaßnahmen zu dokumentieren.

 

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