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Erstes Treffen der ehrenamtlichen Naturschutzgebietsbetreuerinnen und –betreuer des Regierungsbezirkes Darmstadt

Ansprache (JPG)
14.10.2016 - Pressemitteilung

In dieser Woche (12.10.) trafen sich zum ersten Mal die ehrenamtlichen Naturschutzgebietsbetreuerinnen und –betreuer des Regierungsbezirkes Darmstadt zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch im Umweltbildungszentrum am Kühkopf.

Regierungsvizepräsident Dr. Alexander Böhmer dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für deren zum Teil jahrzehntelangen großen Einsatz und ihr nicht nachlassendes Engagement für die Natur. „Sie haben durch ihr unermüdliches Wirken vor Ort, ihre Beobachtungen und ihre Mitwirkung bei den jährlichen Pflegeplanbesprechungen maßgeblich dazu beigetragen, dass viele Erfolge in den Schutzgebieten erreicht werden konnten“, so Dr. Böhmer.

Von den 343 Naturschutzgebieten des Regierungsbezirkes werden rund drei Viertel ehrenamtlich betreut.

Dr. Christian Hey, der für den Naturschutz neu zuständige Abteilungsleiter im hessischen Umweltministerium, überbrachte den Dank von Frau Ministerin Priska Hinz für das besondere ehrenamtliche Engagement und die ausdauernde Fürsprache für den Naturschutz. „Ohne das Ehrenamt würde der Naturschutz schlechter dastehen und substanziell verlieren. Der ehrenamtliche Einsatz trägt dazu bei, die Augen für die Natur zu öffnen und das Bewusstsein für deren Schutzwürdigkeit zu schärfen. Es muss daher weiterhin Menschen wie Sie geben, die nicht müde werden, sich für die gefährdeten Arten und Lebensräume einzusetzen“, führte Dr. Hey in seiner Rede aus.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, zitierte Professor Hans Peter Göhrlich augenzwinkernd Hermann Hesse und spielte damit sowohl auf die Anfänge des Naturschutzes in den 70iger und 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts als auch auf die neue Aufgabe von Dr. Hey an. Professor Göhrlich, langjähriger Vorsitzender des ehemaligen Bezirksnaturschutzbeirates, verwies auf die Notwendigkeit des Erhalts der Gebiete als Rückzugsräume und Trittsteine für viele gefährdete Arten. Hierzu trage auch ein funktionierender Austausch zwischen allen im Naturschutz Tätigen und eine gute Zusammenarbeit des ehrenamtlichen und amtlichen Naturschutzes bei. Auch bei schwierigen Fallkonstellationen sei es aus seiner Sicht in der Vergangenheit gelungen, tragbare Kompromisse zu finden.

Problematisch sehen die Beteiligten die Abnahme der Natur- und Artenkenntnisse in der Bevölkerung und das teilweise damit einhergehende unsensible Verhalten, wie beispielsweise freilaufende Hunde, lärmintensive Partys, illegales Zelten und Müllentsorgung. Häufig mangelt es Besuchern von Schutzgebieten an Kenntnissen über die ökologischen Zusammenhänge, sodass es allein durch Gedankenlosigkeit zu Störungen und Beeinträchtigungen in den Schutzgebieten kommt. Die Schutzgebietsbetreuerinnen und –betreuer berichten, dass sie sich insbesondere im Ballungsraum verstärkt Pöbeleien anhören oder vereinzelt auch körperliche Gewalt erfahren müssen.

Die Beteiligten waren sich einig, dass ein Schwerpunkt der kommenden Jahre auf die Verstärkung der Umweltbildung gelegt werden muss, um auch in Zeiten demografischen Wandels vorhandenes Wissen an die nächste Generation weiterzureichen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die Ansprache von Kindern und Jugendlichen, wie es auch im Umweltbildungszentrum am Kühkopf versucht wird, gelegt werden mit dem Ziel das Bewusstsein für die Lebensgrundlagen zu schärfen und damit auch einen Wandel im Verhalten in und im Umgang mit der Natur zu schaffen. Die Teilnehmerinnen und –Teilnehmer vereinbarten eine Fortsetzung des fachlichen Austausches auch in den nächsten Jahren.

Hinweis: Informationen zum Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue finden Sie hier: https://schatzinsel-kuehkopf.hessen.de/


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