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RP informiert über Berufskrankheiten und betriebsärztliche Tätigkeit

08.12.2016 - Pressemitteilung
Viel Zuspruch fand die betriebsärztliche Fortbildungsveranstaltung des hessischen Landesgewerbearztes beim Regierungspräsidium Darmstadt, Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt, Wiesbaden zum Thema „Neues zur Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung, Berufskrankheitenverordnung und betriebsmedizinischen Tätigkeit in Hessen “. Mehr als 60 Betriebsärzte/-ärztinnen aus ganz Hessen fanden Anfang Dezember den Weg in das Behördenzentrum in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs.

Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Ulrich Bolm-Audorff (Dezernatsleiter des Landesgewerbearztes Hessen) und der Moderation durch seine Stellvertreterin Frau Dr. Gabriela Petereit-Haack gelang es, einen großen Bogen über für die betrieblichen Alltag relevanten arbeitsmedizinischen Neuerungen zu schlagen.

Im Jahr 2013 wurde die Arbeitsmedizinische Vorsorgeverordnung neu eingeführt und hatte zur Folge, dass Betriebsärzte mehr Präsenz in den Betrieben zeigen, aber auch Beschäftigte eine größere Eigenverantwortung tragen. Beides hat zum Ziel, den Gesundheitsschutz im Betrieb zu stärken.

Die 2016 neu erstellte arbeitsmedizinische Empfehlung zur Wunschvorsorge trägt dazu bei, Belastungen am Arbeitsplatz frühzeitig zu erkennen und abzubauen. Arbeitgeber haben diese Art der Vorsorge allen Ihren Beschäftigten zu ermöglichen, wenn eine Gefährdung am Arbeitsplatz eine Gesundheitsbeeinträchtigung zur Folge haben kann. Der aktive Wunsch zur Vorsorge der Beschäftigten ist hierbei nötig, aber auch die entsprechende Information vom Arbeitgeber und von Betriebsarzt/-ärztin.

Dr. Gabriela Petereit-Haack führte zur Bedeutung der Wunschvorsorge aus: „Diese Art der Vorsorge ist eingebettet in einen ganzheitlichen Gesundheitsschutz, der dem Betriebsarzt/ der -ärztin ermöglicht, den Beschäftigten mit allen seinen unterschiedlichen Tätigkeiten am Arbeitsplatz zu sehen und gezielt präventiv auf Belastungen einzugehen.

Dass Krebs-Erkrankungen am Eierstock auch Berufskrankheiten sein können, führte Prof. Ulrich Bolm-Audorff in seinem Vortrag „Neues zur Berufskrankheiten Verordnung“ aus. Jahrelange Tätigkeit mit Kontakt zu Asbest kann diesen Krebs verursachen. Andere Gefahrstoffe wiederum können Leukämien (Butadien, Kunststoff-Herstellung) oder Krebs der Harnwege (z.B. durch Teer Straßenbau) auslösen. Aber auch Berufsmusiker können betroffen sein: durch eine Erkrankung im zentralen Nervensystem (fokale Dystonie) sind Störungen im Bewegungsablauf möglich. Das Spielen des Instrumentes ist dann nicht mehr möglich.

Prof. Bolm-Audorff betont: „Auch heute noch sind Berufskrankheiten sehr häufig in der Arbeitswelt. Todesfälle durch Asbest bedingte Berufskrankheiten haben immer noch eine steigende Tendenz. Aber auch die bandscheibenbedingten Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch schweres Heben und Tragen haben in den letzten Jahren zugenommen.“ Um den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu stärken, wies Prof. Bolm-Audorff auf die Projekte des Landesgewerbearztes in hessischen Betrieben hin. Mit diesen Projekten wird in ganz Hessen in den unterschiedlichsten Branchen die Aufgabenwahrnehmung der Arbeitgeber in Bezug auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz überprüft und die Tätigkeit der Betriebsärzte kontrolliert.

Viel Beteiligung und rege Diskussionen zeigten die Teilnehmer der Fortbildung beim „Marktplatz“: Neben den Vorträgen bot sich hier die Gelegenheit im kollegialen Austausch die neuen Arbeitsmedizinischen Regeln kennen zu lernen, über Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung zu diskutieren und sich durch Poster über die Arbeit des Landesgewerbearztes zu informieren. Die sehr gute Annahme dieser Fortbildung und das positive Feedback bieten die Grundlage für die nächste Fortbildung, die der Landesgewerbearzt für Ende 2017 plant.

Pressestelle: Regierungspräsidium Darmstadt
Pressesprecherin: Nicole Ohly-Müller, Luisenplatz 2, D-64283 Darmstadt
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