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RP stellt Hanauer Streuobstbestände wieder her

Bild vom Gailenberg
28.10.2016 - Pressemitteilung
Seit acht Jahren gehört ein Teil des Gailenbergs zum Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) „Amerikafeld, Schindkaute und Gailenberg bei Steinheim“ (Hanau) und ist damit Teil von Natura 2000, einem europaweiten Netzwerk von Schutzgebieten. Vorrangiges Ziel am Gailenberg ist der Erhalt oder die Wiederherstellung von hier typischen Sandmager-Rasenflächen mit vielen besonderen und seltenen Pflanzenarten sowie des Streuobstbestands. In den kommenden Tagen werden auf Steinheimer Gemarkung deshalb von einer Fachfirma im Auftrag des Landes Hessen umfangreiche Rodungsarbeiten durchgeführt.

Die Maßnahme wird vom Regierungspräsidium als Oberer Naturschutzbehörde in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hanau und dem Forstamt Hanau-Wolfgang durchgeführt. Dazu sind im Vorfeld die Grundstückseigentümer eingebunden worden. Die Arbeiten betreffen lediglich den westlichen Teil des Schutzgebiets. Dieses dient dem Erhalt wertvoller Lebensräume, von Tier- und Pflanzenarten und somit dem Schutz der biologischen Vielfalt. Der Gailenberg ist insgesamt geprägt durch ein vielfältiges Mosaik aus Streuobstwiesen, Sandmagerrasen, Gehölzgruppen und einzelnen kleinen Ackerstücken. Das Gebiet ist aufgrund seines einmaligen Landschaftsbildes, seines ungewöhnlich milden Klimas und seiner reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt nicht nur für erholungssuchende Spaziergänger oder Radfahrer, sondern auch für den Naturschutz von größtem Wert.

Einst war die von Wald umgebene, rund 50 Hektar große und lichte Kuppe ein bedeutendes Streuobst-Anbaugebiet. Um dieses Kleinod zu schützen, wurde deshalb der östliche Teil des Gailenbergs auf Steinheimer Gemarkung bereits im Jahr 1991 unter Schutz gestellt, durch Ausweisung als „Geschützter Landschaftsteil“. Ziel war der Erhalt der Streuobstwiesen. Eine Pflege dieses Gebietes ist zu deren Erhalt jedoch unerlässlich. Da in den vergangenen Jahren die Grundstücke nur noch zum Teil oder sogar gar nicht mehr bewirtschaftet wurden, sind die offenen und artenreichen mageren Grasflächen verwildert, der angrenzende Wald breitete sich in die Flächen aus; außerdem sind viele der Obstbäume aufgrund mangelnder Pflege vergreist. Das am Gailenberg sonst so typische Landschaftsbild hat sich damit an der Stelle zum Negativen im Sinne des Schutzziels verändert - die Artenvielfalt im Gebiet schwindet.

Gerade der lichte Streuobstbestand und die offenen Wiesenflächen und Sandmagerrasen sind jedoch von höchster Wertigkeit für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, die innerhalb des Waldbestandes keine Entwicklungsmöglichkeiten hätten. Deshalb sollen nun - wie im Maßnahmenplan für das FFH-Gebiet vorgesehen - brach gefallene Flächen wieder instand gesetzt und der aufkommende Wald zurück gedrängt werden, überalterte Obstbäume geschnitten und eine regelmäßige Pflege der mageren Grasflächen durch Beweidung sichergestellt werden. Außerdem werden im kommenden Jahr dort, wo Raum dafür ist, neue Obstbäume nachgepflanzt. Alte, abgestorbene Obstbäume werden indes im Rahmen der Maßnahme nicht gerodet, sondern sollen als Lebensraum für verschiedene höhlenbrütende Vogelarten wie Steinkauz und Grünspecht, Insekten- und Säugetierarten erhalten bleiben.

Bild: Der heutige Gailenberg ist stark verwildert und muss deshalb gerodet werden.

Pressestelle: Regierungspräsidium Darmstadt
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