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Gewässerentwicklung im Modau- und Gersprenzgebiet – Erfahrungsaustausch in Mühltal

Bild von einer Wasserbegehung
20.03.2017 - Pressemitteilung
Im Rahmen einer Gewässernachbarschaftstagung trafen sich jetzt etwa 80 VertreterInnen der zuständigen Wasserverbände sowie von Kommunen, Fachbehörden, Ingenieurbüros und Naturschutzverbänden im Rathaus der Gemeinde Mühltal und informierten sich über umgesetzte und geplante Maßnahmen im Modau- und Gersprenzgebiet. Eingeladen hatte hierzu das Regierungspräsidium Darmstadt und die Gemeinnützige Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG), Mainz.

Wie die Behörde erläutert, gibt die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) einen allgemeinen Rahmen für einen Großteil der zukünf¬tigen wasserwirtschaftlichen Maßnahmen im Bereich der Oberflächengewässer zum Erreichen des „guten ökologischen Zustands“ vor. Hierzu wird unter Beteiligung von Fachbehörden, Kommunen und der Öffent¬lichkeit ein Maßnahmenprogramm erstellt. Dieses Programm beschreibt den groben Umfang der am Gewässer durchzuführenden Maßnahmen zur Zielerreichung der WRRL. Es enthält jedoch häufig nur allgemeine Angaben, z. B in Form von zu renaturierenden Mindestlängen oder der Benennung fischpassierbar umzugestaltender Wanderhindernisse.

Um in der Praxis den regionalen gebietsspezifischen Erfordernissen gerecht zu werden, ist es sinnvoll, die allgemeinen Vorgaben des WRRL-Maßnahmenprogramm durch angepasste Gewässerentwicklungskonzepte zu konkretisieren. Hierzu wurden im Modau- und Gersprenzgebiet bereits entsprechende Konzepte auf Einzugsgebietsebene erstellt. Weitere Konzepte auf Teilabschnitten der Gersprenz sind in Vorbereitung.
Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch Grußworte der Ersten Beigeordneten Edelgard Heymann von der Gemeinde Mühltal und Dr. Thomas Paulus, Geschäftsführer der GFG.

Von Thomas Bobbe (INGA, Institut für Gewässer- und Auenökologie) und Christiane Saurenhaus (RP Darmstadt) wurden anschließend verschiedene, an die örtlichen Verhältnisse angepasste Maßnahmen zur Herstellung der Durchgängigkeit für Fische an Modau, Wurzelbach und Beerbach vorgestellt. Dabei wurde die ganze Bandbreite der Umsetzungsmöglichkeiten von eher technischen Riegel- und Störsteinrampen bis hin zu Maßnahmen mit geringen baulichen Eingriffen in das Gewässer deutlich und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert.

Anschließend stellte Günther Schmidt (RP Darmstadt) verschiedene bereits ausgeführte bzw. zukünftig vorgesehene Gewässer-entwicklungs- und Renaturierungsvorhaben an der oberen und mittleren Gersprenz vor. Außerdem wurden Ergebnisse des an unterschiedlichen Gewässerabschnitten der Gersprenz (u.a. in Renaturierungsstrecken) durchgeführten WRRL-Gewässermonitorings dargelegt und daraus Konsequenzen für eine künftige Maßnahmenpriorisierung abgeleitet.

Neben einer Finanzierung über das hessische Förderprogramm „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“ können Gewässerentwicklungsmaßnahmen auch im Rahmen der naturschutzrechtlichen Kompensation umgesetzt werden. Dazu gab Klaus Mende (Obere Naturschutzbehörde beim RP Darmstadt) ausführliche Erläuterungen und beantwortete zahlreiche Fragen. Abschließend wurden von Thomas Paulus verschiedene Beispiele für Gewässerentwicklungsmaßnahmen aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland vorgestellt.

Bei der nachmittäglichen Exkursion wurden die verschiedenen Maßnahmen zur Herstellung der Fischdurchgängigkeit an Modau und Beerbach im Gebiet der Gemeinde Mühltal besichtigt und von den zuständigen Fachleuten erläutert.

Bild: Expkursion an der Modau bei Nieder-Ramstadt im Rahmen der Gewässernachbarschaftstagung

Pressestelle: Regierungspräsidium Darmstadt
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