Hessen Logo Regierungspräsidium Darmstadt hessen.de| Inhaltsverzeichnis| Impressum| Kontakt| Hilfe

Anmelden

Informationsaustausch: Naturschutz-Verbände zu Gast beim RP

Bild vom Verbändedialog beim RP
28.04.2017 - Pressemitteilung
Die hessischen Naturschutzverbände haben mit ihren jeweiligen Schwerpunkten starke Bezüge zur Arbeit des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt im Bereich Natur- und Umweltschutz. Deshalb trifft sich die Behörde in regelmäßigen Abständen zum Informationsaustausch mit den ehrenamtlich tätigen Vertreterinnen und Vertreter der Verbände. Zum jüngsten Verbändedialog hatte sie Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid diese Woche ins RP nach Darmstadt eingeladen.

Zu den aktuellen Arbeitsschwerpunkten des Naturschutzbundes Hessen (NABU) verwies Gerhard Eppler auf die kürzlich durchgeführte Tagung zum Thema Windkraftnutzung und die Bemühungen zur Sicherung und Unterschutzstellung der Kernflächen im hessischen Staatswald. Ein weiteres Ziel des Verbands ist die Änderung der europäischen Agrarpolitik zum Schutz der Offenland-Arten und dem Erhalt der Biodiversität. Der Vertreter verwies auf die noch bis Anfang Mai laufende Bürgerbefragung der EU zur Zukunft der Agrarpolitik.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) widmet sich neben dem Thema Windkraftnutzung gerade der Umsetzung der Ergebnisse des Runden Tischs „Hessisches Ried“ und dem Bannwaldschutz. Ziel ist, die Wälder im Rhein-Main-Gebiet zu erhalten und zu stärken. Hinzu kommen die Beteiligung an den Dialogforen für die ICE-Neubaustrecken Frankfurt-Mannheim/Fulda, sowie Aktivitäten zum Schutz der Feldraine und Feldwege, zur stärkeren Ausrichtung von Förderprogrammen am Artenschutz und die Fortführung der Projekte „Wildkatze“ und „Luchs“ insbesondere in Mittel- und Nordhessen, so BUND-Vertreter Thomas Norgall.

Den Themen Wald und Schutz von Offenland-Arten – insbesondere von Wiesenbrütern – widmet sich nach Wolfgang Mayer auch die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Darüber hinaus erfolgt eine Auswertung der Monitoring-Programme für verschiedene Arten wie Wasservögel, Rotmilan und Libellen. In Planung sei zudem ein Heuschreckenmonitoring, für welches noch Helfer gesucht würden.

Für den Landesverband Hessen der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine (DGWV) steht laut Manfred Hechler in diesem Jahr neben diversen Veranstaltungen die Fortbildung der Naturschutzhelfer im Vordergrund. Angestrebt wird eine Ausbildung zum zertifizierten Naturschutz- und Landschaftsführer in Zusammenarbeit mit der Naturschutzakademie Hessen.

Der Verband Hessischer Fischer (VHF) hat nach Darstellung von Dr. Semiramis Pyriki und Rainer Hennings die Umsetzung der europäischen Wasser-Rahmen-Richtlinie (WRRL) und die Durchgängigkeit der Gewässer, sowie Wiederansiedlungsprojekte im Fokus. Hinzu kommen die Bekämpfung invasiver Arten und die Verhinderung des Trockenfallens von Gewässern dritter Ordnung in Trockenperioden.

Sabine Krüger von der Botanischen Vereinigung für Naturschutz in Hessen (BVNH) informierte über die Verwendung regionalen Saatguts auf Ackerflächen und von Wildpflanzensamen an Straßenböschungen sowie Straßenrändern als Beitrag zur Biodiversität und über ein Golfplatz-Monitoring-Projekt.

Das RP informierte die Verbände über den aktuellen Stand bei der Erstellung der Managementpläne für die Natura-2000-Gebiete und deren Umsetzung, die Neuschaffung von Landschaftspflegeverbänden, sowie die Novellierung von bestehenden Verordnungen und die Ausweisung von Schutzgebieten. Die Obere Naturschutzbehörde für Südhessen wies auf die Umsetzung der fortgeschriebenen Biodiversitätsstrategie des Landes und die damit einhergehenden Förderungsmöglichkeiten von Projekten hin.

Einig waren sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in ihrer Sorge um den Rückgang bedrohter Tier- und Pflanzenarten – insbesondere im Offenland. Diesen Arten durch gezielte Maßnahmen wie die Renaturierung von Auen sowie die Extensivierung, Umwandlung und Ausdehnung von Flächen die notwendigen Lebensräume zu schaffen oder zu erhalten, ist das gemeinsame Ziel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Weitere Themen waren unter anderem die Verwendung einheimischen Saatgutes, der Schutz der Agrarlandschaft, die Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen in Bebauungsplänen, die Qualität artenschutzrechtlicher Gutachten, sowie die Verhinderung von Einträgen in Gewässer.

Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid dankte den Vertreterinnen und Vertretern der Naturschutzverbände für ihren engagierten Einsatz. Das gemeinsame Interesse am Schutz von Umwelt und Natur und die gegenseitige Information sei ihr ein wichtiges Anliegen. „Durch den offenen Dialog und einen sachlichen Austausch können wir gemeinsam viel erreichen“, lautet ihr Fazit. Sie kündigte gleichzeitig an, den Dialog fortzusetzen.

Bild: Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (rechts) im Dialog mit Repräsentanten hessischer Naturschutzverbände.

Pressestelle: Regierungspräsidium Darmstadt
Pressesprecherin: Nicole Ohly-Müller, Luisenplatz 2, D-64283 Darmstadt
Telefon: 06151 12 5412, Fax: 06151 12 6313
E-Mail: pressestelle@rpda.hessen.de



Regierungspräsidium Darmstadt
© 2017 Regierungspräsidium Darmstadt . Luisenplatz 2 . 64283 Darmstadt