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Das Seckbacher Ried wird 80 – eines der ältesten Schutzgebiete Deutschlands

Bild mit einer Karte des Seckbacher Rieds
04.05.2017 - Pressemitteilung
Am 8. Mai jährt sich die Ausweisung des Seckbacher Rieds als Naturschutzgebiet zum 80. Mal – Anlass genug für das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt, auf die wechselvolle Geschichte des Gebiets zurückzublicken sowie auf das dort Erreichte – und den Blick auf seinen heutigen Zustand zu lenken, der nach wie vor nicht selbstverständlich ist.

Das Naturschutzgebiet (NSG) inmitten dicht besiedelter Flächen am Frankfurter Stadtrand umfasst sieben Hektar, hinzu kommen östlich davon sechs Hektar, die ebenfalls nach der europäischen Richtlinie für Pflanzen, Tiere und Lebensräume (Fauna-Flora-Habitat/FFH) geschützt sind. Mit einer Fläche von insgesamt 13 Hektar (0,13 Quadrat-Kilometer) und seinen vielen Tier-und Pflanzenarten ist das Schutzgebiet ein natürliches Kleinod in der Großstadt des Ballungsraums.

Bereits im Jahr 1937 hat der Vorläufer des RP Darmstadt als Obere Naturschutzbehörde in Südhessen das Seckbacher Ried zum Natur- und Vogelschutzgebiet erklärt – seinerzeit einem der ersten Deutschlands. In der Kriegs- und Nachkriegszeit verbuschte die meist offene Wiesen-Landschaft und es bildeten sich Strukturen, die einem Auwald ähnlich sind.

In den 1980er Jahren wurde die Wasserversorgung des Gebiets geändert, um seiner Austrocknung vorzubeugen. So wurden der Mühlbach und der Klingenbach in das NSG eingeleitet. Zusätzlich sind vor einigen Jahren auf Initiative ehrenamtlicher Gebietsbetreuer zwei Amphibien-Tümpel unter anderem für den europaweit geschützten Kamm-Molch angelegt worden.

Seit Ende der 1990er Jahre werden die verbliebenen offenen Flächen sowohl durch die Stadt Frankfurt, als auch durch das Forstamt Groß-Gerau gepflegt. Diese offenen Flächen sind ein wichtiger Lebensraum für viele Arten. Die früher praktizierte Beweidung der Offenland-Bereiche mit Buckelrindern durch einen Landwirt hat dieser aus Altersgründen aufgegeben.

Einige der Tiere und Pflanzen haben europaweit Bedeutung, weshalb das gesamte Areal seit 2008 FFH-Gebiet und Teil des europäischen Schutznetzes Natura 2000 ist. Das Seckbacher Ried ist heute wieder ein Feuchtgebiet mit Weichholzauen, Feuchtwiesen und Stillgewässern – ideal für Amphibien wie den Wasserfrosch und die Ringelnatter; hier gedeihen unter anderem Sumpfdotterblumen und Schlüsselblumen; Libellen jagen nach Insekten und im dichten Gehölz singt die Nachtigall.

Info-Tafeln weisen Besucher auf diese Schätze der Natur hin und geben ihnen Verhaltenshinweise an die Hand. So genießen die Flächen des NSG absoluten Schutz und dürfen nicht betreten werden - andernfalls könnten nistende Tiere oder ihre Brut zu Schaden kommen. Pflanzen aus dem Gebiet mit nach Hause zu nehmen, ist ebenfalls nicht erlaubt. Lagern, Feuermachen und Zelten sind ebenso tabu im Schutzgebiet wie motorisierte Fahrzeuge. Verstöße dagegen werden geahndet.

Bild: Karte des Schutzgebiets mit Legende – der historische Teil des Naturschutzgebiets mit gestrichelter Umrandung.

Pressestelle: Regierungspräsidium Darmstadt
Pressesprecherin: Nicole Ohly-Müller, Luisenplatz 2, D-64283 Darmstadt
Telefon: 06151 12 5412, Fax: 06151 12 6313
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