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Kühkopf-Knoblauchsaue am Rhein wird weiter renaturiert - RP und WSA Mannheim schließen Vereinbarung

Foto vom Rheinufer
03.01.2017 - Pressemitteilung

Das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) und das Mannheimer Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) haben eine Vereinbarung für Renaturierungsmaßnahmen an der Kühkopf-Knoblauchsaue im Hessischen Ried abgeschlossen. Mit dem Modellprojekt im Rahmen des geplanten Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ soll die Gewässer- und Auenentwicklung am Oberrhein vorangetrieben werden.

Insgesamt setzt das WSA Mannheim an der Bundeswasserstraße Rhein drei Modellprojekte für einen Biotopverbund von nationaler Bedeutung um. Neben der Uferrenaturierung im Bereich Kühkopf-Knoblauchsaue sind dies die „Uferrenaturierung Laubenheim“ bei Mainz und die Uferrenaturierung „Monsterloch“ bei Speyer.

Die Bundesregierung beabsichtigt, mit dem Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ in den nächsten 30 Jahren in die Renaturierung von Wasserstraßen und ihren Auen zu investieren und damit neue Akzente für Natur- und Gewässerschutz, Hochwasservorsorge sowie Wassertourismus, Freizeitsport und Erholung zu setzen.

Das Modellprojekt „Uferrenaturierung Kühkopf-Knoblauchsaue“ von Kilometer 474,0 – 476,5 soll die natürliche Uferböschung am Rhein wieder herstellen und damit verschiedene naturschutzfachliche Erhaltungs- und Entwicklungsziele von Hessens größtem Naturschutzgebiet (NSG) unterstützen, dem direkt angeschlossenen Europareservat Kühkopf-Knoblauchsaue (www.schatzinsel-kuehkopf.hessen.de).

Wie am gesamten Rhein sind die Uferbereiche von Steinböschungen geprägt. Im Rahmen der Bund-Länder-Zusammenarbeit soll das rechtsrheinische Ufer naturnah entwickelt werden. Durch das Modellprojekt sollen auenähnliche Strukturen und die Strukturvielfalt im Uferbereich gefördert werden. Ziel ist, das heute noch stark verbaute Ufer in eine naturnahe Böschung umzuwandeln. Hier wird die Anlandung von Sand und Kies möglich sein; auch Flora und Fauna werden sich damit neue Lebensräume erschließen können.

Konkret ist geplant, die steinerne Uferböschung weitestgehend zu beseitigen. Im stromaufwärts anschließenden Bereich - unter anderem der ehemaligen „Nato-Rampe“ - sollen noch übrig gebliebene, alte Befestigungen zurückgebaut werden. Die Veränderungen am entsteinten Ufer werden dokumentiert und das Modellprojekt wird wissenschaftlich begleitet.

Nach dem Vertragsschluss werden jetzt zwischen den Partnern die konkreten Maßnahmen geplant und danach die Arbeiten vergeben. Die Gesamtkosten für das Vorhaben in Höhe von rund 600.000 Euro trägt das Bundesumweltministerium, das das WSA Mannheim mit der Umsetzung beauftragt hat.

Das im Kreis Groß-Gerau gelegene Gebiet ist neben seiner Nutzung als Bundeswasserstraße wichtig für den Naturschutz und die Freizeitnutzung im Rhein-Main-Gebiet. Eine natürliche Uferentwicklung des Rheines ist daher ebenso im Sinne des Landes Hessen, dessen Flächen von der fortschreitenden Uferentwicklung betroffen sind, wie des Bundes.

„Die Kühkopf-Knoblauchsaue wird von der weiteren Rheinufer-Renaturierung profitieren, weshalb das RP Darmstadt hier für das Land Hessen mit dem WSA Mannheim zusammenarbeitet“, erklärt Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid. Damit würden die Bemühungen der oberen Naturschutzgehörde verstärkt, das Gebiet zu schützen und weiter zu entwickeln.

Bild: Rheinufer mit Steinschüttung in seiner heutigen Form (Foto: RP Darmstadt).


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