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Vorträge beim RP zum Weltwassertag: Europas Gewässer im Mittelpunkt

Bild vom WWT WI
22.03.2017 - Pressemitteilung

Rund um den Weltwassertag (22. März) bietet das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt in diesem Jahr gleich eine ganze Veranstaltungsreihe an. Damit will die große Landesbehörde die Öffentlichkeit über alle aktuellen Fragestellungen rund um die Gewässergüte auf dem Laufenden halten. Unter dem Motto „Europäische Ideen in der lokalen Praxis“ fand am Vorabend des Aktionstags eine Vortragsveranstaltung am Sitz der Wiesbadener RP-Umweltabteilung statt.

Dr. Stephan von Keitz vom Hessischen Umweltministerium gab einen Überblick über die unterschiedlichen Gewässerbelastungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU), in Deutschland und in Hessen. Er berichtete über Planungs- und Überprüfungsprozesse bei der EU-Kommission in Brüssel sowie darüber, wie es zu Vertragsverletzungsverfahren wegen mangelhafter Umsetzung der Wasser-Rahmenrichtlinie kam.

Dr. Martina Bodem vom RP Darmstadt erläuterte, wie das RP den Defiziten im Bereich des Grundwassers im Regierungsbezirk begegnet. Indem das RP als Obere Wasserbehörde Landwirte beraten lässt, sollte etwa die Nitratbelastung wesentlich vermindert werden. Da jedoch das Prinzip der Freiwilligkeit bislang nicht den gewünschten Erfolg gezeigt hat, soll nun auch die Düngeverordnung verschärft werden – mit strengen Vorgaben, gezielten Kontrollen und Sanktionen bei Zuwiderhandlungen.

Im Anschluss daran berichtete Gerd Hofmann (RP), mit welchen Maßnahmen eine Reduzierung von Phosphor im Abwasser – und damit in Oberflächengewässern wie Flüssen – erreicht werden soll. Dies geschehe im Wesentlichen mit der Optimierung von vorhandenen chemischen Fällungen – dem Abscheiden von gelösten Schadstoffen – und dem Einbau von Filtrationen in Kläranlagen.

Abschließend entführte Holger Densky (RP) die Zuhörer auf den Balkan: er referierte über Aktivitäten in EU-Beitrittskandidatenländern wie Albanien, damit diese die Anforderungen aus der EU-Wasser-Rahmenrichtlinie erfüllen können. Durch ein von ihm betreutes Projekt wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Bewirtschaftung großer Seen angegangen.

„Wir freuen uns über das, was wir in Südhessen schon bei der Gewässergüte erreicht haben“, sagte der Organisator der Veranstaltungsreihe, Dr. Thomas Ziegelmayer vom RP Darmstadt. Gleichzeitig habe das RP als Obere Wasserbehörde das Noch-Nicht-Erreichte längst erkannt und werde zeitnah für weitere Verbesserungen im Regierungsbezirk Darmstadt sorgen. „Das sind wir unseren Gewässern schuldig“, so Ziegelmayer abschließend.

Hintergrund:
Da sich Wasser nicht an Grenzen hält und es an diesen bei der Bewirtschaftung oft zu Streitigkeiten kommt, hat sich die EU bereits im Jahr 2000 eine Wasser-Rahmenrichtlinie gegeben: in allen Flussgebietseinheiten - also unabhängig von politischen und behördlichen Grenzen – soll ein „guter“ Zustand erreicht werden. Heute ist allerdings festzustellen, dass europaweit noch einige Defizite bestehen.

Für Hessen gibt es einen Bewirtschaftungsplan mit geplanten Maßnahmen bis zum Jahr 2021. Im Wesentlichen sollen die Nitratbelastung im Grundwasser und die Phosphorbelastung in Oberflächengewässern reduziert sowie die Struktur der Fließgewässer weiter verbessert werden. Das RP Darmstadt ist in Südhessen dafür verantwortlich, dass die Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.

Bild: Moderator Dr. Thomas Ziegelmayer vom RP Darmstadt bei der Veranstaltung zum Weltwassertag in Wiesbaden.


Pressestelle: Regierungspräsidium Darmstadt
Pressesprecherin: Nicole Ohly-Müller, Luisenplatz 2, D-64283 Darmstadt
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