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Regierungspräsidentin übergibt Bundesverdienstkreuz an Prof. Dr. Winfried Frey

Bild von Prof. Dr. Winfried Frey
23.09.2016 - Pressemitteilung
Für sein langjähriges, ehrenamtliches kulturelles und soziales Engagement ist Prof. Dr. Winfried Frey aus Kriftel heute im Regierungspräsidium (RP) Darmstadt mit dem vom Bundespräsidenten verliehenen Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Das Verdienstkreuz am Bande wurde ihm von Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid überreicht.

In der Feierstunde würdigte Regierungspräsidentin Lindscheid das weit über das normale Maß hinaus gehende Engagement von Prof. Frey. „Prof. Frey setzt sich seit vielen Jahren sowohl durch seine wissenschaftliche Arbeit, als auch durch seine ehrenamtliche Tätigkeit für ein friedvolles Miteinander der Kulturen ein“, so Lindscheid. Mit großem Engagement habe er sich in Forschung und Lehre speziell dem Thema des christlich-jüdischen Zusammenlebens gewidmet und mit seinem umfangreichen Wirken und seiner Persönlichkeit Maßstäbe gesetzt. Sein unermüdliches Wirken und beispielgebendes Engagement wird durch die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande gewürdigt.

Prof. Frey hat bei seinen Vorträgen zum christlich-jüdischen Zusammenleben dieses gerade in Deutschland historisch schwierige Thema einem breiten Publikum nahe gebracht. Mit zahlreichen Publikationen zur deutschen Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit lieferte er zudem wichtige kulturgeschichtliche Beiträge zur Völkerverständigung. Diese widmen sich insbesondere der religiösen und didaktischen Literatur, der Reiseliteratur, sowie dem Antijudaismus und Antisemitismus in den deutschen Texten des Hoch- und Mittelalters.

Der Druck seiner ersten Veröffentlichung zur Thematik „Antijudaismus“ ist in Deutschland abgelehnt, jedoch in Israel von dem Historiker Walter Grab publiziert worden. In der nationalen und internationalen Öffentlichkeit hat sich Prof. Frey durch seine fundierten Vorträge über die genannten Themen einen außerordentlichen Ruf erworben. Seine Beiträge sind dazu geeignet, sowohl die Fachwelt, als auch das historisch weniger vorgebildete Publikum zu erreichen.

Professor Frey engagiert sich zudem in seiner Heimat und bundesweit als Referent vor Schulklassen, Vereinen, Parteien, Kirchengemeinden sowie Verbänden und wirbt für die friedliche Koexistenz von Religionen, Völkern und gesellschaftlichen Gruppen. Ganz besonders widmet er sich der Aufarbeitung des christlich-jüdischen Verhältnisses. Auch bringt Prof. Frey auf Exkursionen mit Hilfe seiner historischen Kenntnisse Reisegruppen und Vereinen die Entwicklung der jeweils besuchten Orte nahe. In der deutsch-französischen Partnerschaftsbewegung arbeitet er aktiv mit und er hat im Jahre 2007 durch seinen Vortrag „Die unverstandenen Brüder“ zum deutsch-französischen Verhältnis internationale Anerkennung erhalten.

International ist Professor Frey ebenso ein gefragter Referent. Seit 20 Jahren hält er regelmäßig Vorträge bei einem internationalen Mittelalterkongress in den USA und seit 1974 in verschiedenen europäischen Ländern bei den Tagungen des Internationalen Mediävistischen Colloquiums. Mehrfach referierte Prof. Frey in kulturellen Beiprogrammen, wie zum Beispiel zur Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fisch und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933 – 1945“ des Fritz Bauer Instituts.

Prof. Frey hat stets eine engagierte, sozialhistorisch orientierte Lesung seiner Quellen geboten und sich nicht mit einer antiquarischen Betrachtung alt- und mittelhochdeutscher Texte begnügt. Hierdurch waren seine Arbeiten geeignet, anderen Forschern immer wieder neue Impulse und Orientierung zu bieten. Damit hat Prof. Frey wesentlich dazu beigetragen, in der Forschung auch auf internationaler Ebene Fragen nach der Sprache der Diskriminierung und Gewalt in literarischen Texten der Vormoderne zu thematisieren und ihrer gesellschaftlichen Wirkung nachzuspüren. Die Bedeutung seiner Arbeiten, die sich durch Gründlichkeit der Analyse und Konsequenz in der Argumentation auszeichnen, reicht damit weit über die Ältere Germanistik hinaus. Sie dürfen als paradigmatisch für das Verhältnis zwischen Wort, Text und Tat auch in der Gegenwart gelten, und sein engagiertes Werk darf als wegweisend bezeichnet werden.

Auch in anderen Bereichen hat sich Professor Frey engagiert. So war er in den 1980er Jahren Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kriftel und gehörte von 2005 bis 2006 der Gemeindevertretung an. Zu nennen ist auch sein jahrzehntelanges aktives Engagement in der Arbeiterwohlfahrt. Sechs Jahre lang war er darüber hinaus ehrenamtlich als Schöffe in Frankfurt am Main tätig - zunächst beim Amtsgericht, später beim Landgericht. Zudem ist er Vorstandsmitglied im Verein zur Förderung der Partnerschaft zwischen Airaines in Nordfrankreich und der Gemeinde Kriftel und arbeitet aktiv in der europäischen Partnerschaftsbewegung mit.

Bild: Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (rechts) mit Prof. Dr. Winfried Frey und dessen Ehefrau Uta im historischen Ludwig-Bergsträsser-Saal des Regierungspräsidiums Darmstadt. (Foto: RP)

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