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RP Darmstadt beendet Erörterung der Nordmainischen S-Bahn in Hanau

Bild von der Erörterung
22.09.2016 - Pressemitteilung

Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt hat von Montag bis Donnerstag dieser Woche die Erörterung für die Planfeststellung der Nordmainischen S-Bahn im Abschnitt Hanau durchgeführt. In der Steinheimer Kulturhalle kamen sowohl die Stadt Hanau, ihre Stadtwerke und die übrigen Träger öffentlicher Belange zu Wort, als auch die betroffenen Grundstücksbesitzer sowie diverse weitere Einwender; sie erläuterten ihre bereits zuvor schriftlich vorgebrachten Einwände noch einmal mündlich gegenüber der DB Netz AG. Die Vorhabenträgerin wird jetzt ihre Antragsunterlagen in den einzelnen Bereichen entsprechend überarbeiten, bevor diese erneut vom RP offengelegt werden.

Bei der Anhörung standen wie erwartet der Schutz des Hanauer Trinkwassers vor Verunreinigung, der Hanauer Bevölkerung vor Lärm und der Gebäude im Hanauer Stadtgebiet vor Erschütterung im Mittelpunkt. Außerdem ging es um den Landschafts-, Natur- und Artenschutz, den Denkmalschutz und das Stadtbild sowie die Flächen- und Siedlungsplanung der Stadt Hanau. Auch der Schutz von Bahnreisenden am Hanauer Hauptbahnhof und auf offener Strecke im Katastrophenfall war Thema der Erörterung. Vor allem die Stadt Hanau pochte auf zahlreiche Nachbesserungen – etwa was die zugrunde gelegten Verkehrszahlen betrifft. Die DB Netz AG sicherte diese der Stadt bei der öffentlichen Aussprache zu - ähnlich wie bei den beiden anderen Plan-Abschnitten, Maintal und Frankfurt.

Neben der Stadt Hanau, die mit Stadrat Andreas Kowol, zahlreichen Ämtern, vor allem aber auch anwaltlich vertreten war, brachten auch die Hanauer Stadtwerke und die Stadt Maintal ihre Anregungen und Bedenken vor. Der Main-Kinzig-Kreis, der zum Thema Wasserschutz bereits schriftlich Stellung bezogen hatte, erläuterte seine Anmerkungen ebenfalls in gebotener Kürze. Auch der Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) und der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main nahmen kurz Stellung und stellten einige Nachfragen, etwa zur Barrierefreiheit und zur Überdachung von Bahnsteigen. Der Fahrgast-Verband Pro Bahn/Bus Hessen erneuerte seine Forderungen in Bezug auf weitergehende Gleisnutzung, die laut der DB Netz AG jedoch nicht zielführend sind.

Auch einige Bürger, die Einwände erhoben haben, meldeten sich zu Wort. Sie waren vom RP gezielt an den vier Tagen eingeladen worden. Bei ihnen ging es vor allem um Fragen wie den Abstand ihrer Immobilien zu den zusätzlichen Gleisen und mögliche, neue Beeinträchtigungen durch Erschütterung, Lärm und die geplanten Schutzwände. Letztere werden laut DB Netz die Situation für die meisten Anwohner deutlich verbessern. Nichts desto trotz besteht die Stadt Hanau auf weitergehenden Maßnahmen, die die Auswirkungen und Immissionen jenseits der gesetzlich vorgeschriebenen Standards für Mensch, Natur und Umwelt in Hanau minimieren.

Das nahezu in allen schriftlichen Einwendungen angesprochene Thema ist der Schutz vor Schall und Erschütterungen - auch im Hinblick auf mögliche Gebäudeschäden. Vielen Einwendern gehen die Maßnahmen, die die Bahn vorsieht, nicht weit genug. Sie fordern mehr aktiven Lärmschutz. Darüber hinaus wird in vielfacher Hinsicht - insbesondere im Hinblick auf die Verkehrsprognose (Zugzahlen), die Richtigkeit der Gutachten in Zweifel gezogen.

Weitere wesentliche Aspekte sind der anfallende Baulärm, die Befürchtung, als Folge des Vorhabens werde es zu Wertminderungen der Anwesen kommen und ein vermeintlich unzureichender Schutz vor Unfallgefahren bei Bahnunfällen mit Gefahrgut. Desweiteren gibt es grundstücksmäßig Betroffene – auch der Abriss von Gebäuden ist laut den Plänen von DB Netz vorgesehen -, brandschutztechnische Fragestellungen, Konflikte zwischen Lärm- und Denkmalschutz (Lärmschutzwände vs. Erhalt denkmalgeschützter Gebäude und Blickachsen zum Hanauer Schloss Philippsruhe) sowie wasserrechtliche Fragestellungen.

Bild: Blick auf das Podium in der Steinheimer Kulturhalle beim Erörterungstermin des Planabschnitts Hanau für die  Nordmainische S-Bahn (Foto: RP Darmstadt)


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