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RP legt Statistik über Lebensmittelwarnungen vor

Grafik mit den Beanstandungsgründen der Lebensmittelwarnungen
15.09.2016 - Pressemitteilung

Salmonellen in Hackfleisch, Histamin in Thunfisch oder unzureichende Allergenkennzeichnungen auf Lebensmittel-Verpackungen. Dies sind nur einige Beispiele von Beanstandungen, die jährlich über das EU-Schnellwarnsystem für gesundheitsschädliche Lebensmittel RASFF („Rapid Alert System for Food and Feed“) kommuniziert werden. Das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) ist als Landeskontaktstelle für die Koordinierung in Hessen zuständig.

Die EU-Kommission hat vor wenigen Tagen den neusten Jahresbericht zu den Schnellwarnungen 2015 veröffentlicht. Demnach wurden erneut mehr als 9.000 Meldungen über die Kontaktstellen der EU-Mitgliedstaaten kommuniziert. Mit 750 neu eingestellten Warnmeldungen, zu denen über 4.000 Folgemeldungen übermittelt wurden, ist eine neue Rekordmarke erreicht worden. Die übrigen Meldungen waren Grenz-Zurückweisungen beanstandeter Importware oder Informationsmeldungen.

2015 war Hessen in 152 Fällen von eingehenden Schnellwarnmeldungen betroffen und es wurden hierzu durch das RP Darmstadt weitergehende Maßnahmen eingeleitet. In 35 weiteren Fällen wurden die übrigen Netzmitglieder durch die beim RP angesiedelte Landeskontaktstelle erstmals zu gesundheitsschädlichen Lebensmitteln über das Schnellwarnsystem informiert.

Häufigster Beanstandungsgrund bei den in Hessen vertriebenen Lebensmitteln waren gesundheitsschädliche Bakterien (z. B. Salmonellen) oder Viren (z. B. Hepatitis A), gefolgt von chemischen Verunreinigungen (z. B. giftige oder verbotene Stoffe), abweichender Beschaffenheit (z. B. Verderb), Schimmelpilzgiften (z. B. Aflatoxin), Fremdkörpern (z.B. Glasstücke, Metallfragmente) und Kennzeichnungsfehlern (z. B. fehlende Allergen-Angaben). Seltener waren Schwermetallnachweise, unzulässige Farbstoffe, Insektenbefall oder zu hohe Pestizid-Rückstände Grund für eine internationale Warnmeldung (siehe Abbildung). Am häufigsten waren Milchprodukte betroffen, gefolgt von Babynahrung und Nahrungsergänzungsmitteln, Kräuter- und Gewürzmischungen, Fleisch und Fisch.

Fallbeispiel aus 2015
Nach der Probenahme einer Packung Maisgrieß bei einem hessischen Einzelhändler hat das RP eine europaweite Schnellwarnung ausgelöst. Bei der Untersuchung durch das Hessische Landeslabor war ein stark erhöhter Gehalt des Pflanzengifts Atropin festgestellt worden. Dabei handelt es sich um ein sehr giftiges, sogenanntes Tropan-Alkaloid, das in einigen Nachtschattengewächsen vorkommt und seinen Namen der Schwarzen Tollkirsche (Atropa belladonna) verdankt.

Die Überprüfung der Vertriebswege der betroffenen Charge Maisgries ergab eine bundesweite Verteilung sowie einen Vertrieb in 18 weitere Länder. Durch die unverzügliche Einstellung der Informationen in das Schnellwarnsystem konnte die beanstandete Charge in allen belieferten Regionen unverzüglich aus dem Handel genommen werden. In Deutschland wurden die Verbraucherinnen und Verbraucher zusätzlich auf der bundesweiten Internetplattform www.lebensmittelwarnung.de über die festgestellte Gesundheitsgefahr unterrichtet.


Hintergrund:
Beim Regierungspräsidium Darmstadt (RP) befindet sich die Landeskontaktstelle Hessen im Schnellwarnsystem RASFF. Hier werden alle eingehenden Meldungen auf eine Betroffenheit Hessens hin überprüft und die Einleitung aller notwendigen Maßnahmen veranlasst. Sofern Produkte in Hessen selbst erstmals beanstandet werden, müssen hier alle relevanten Informationen gebündelt und über die Bundes- und EU-Kontaktstelle an die übrigen EU-Mitgliedsstaaten und gegebenenfalls weitere betroffene Länder übermittelt werden.

Für die Umsetzung und Überwachung der Maßnahmen vor Ort in den Lebensmittelunternehmen sind die kommunalen Lebensmittelüberwachungsbehörden in den Landkreisen und kreisfreien Städten zuständig. Sie überwachen auch den Ablauf von Rücknahme-Aktionen und stellen so sicher, dass sämtliche beanstandete Ware aus dem Handel genommen wird.

Sollte ein gesundheitsschädliches Produkt den Endverbraucher bereits erreicht haben, wird eine öffentliche Warnung durch den verantwortlichen Lebensmittelunternehmer erforderlich. Über Pressemitteilungen, die Einstellung von Informationen auf den Internetseiten des Unternehmens und Aushänge in den Verkaufsstellen werden die Kunden dann vor den festgestellten Gefahren gewarnt. Überregionale Warnmeldungen aus Hessen werden durch das RP Darmstadt immer auch auf der zentralen, deutschen Internetplattform www.lebensmittelwarnung.de eingestellt.


Pressestelle: Regierungspräsidium Darmstadt
Pressesprecherin: Nicole Ohly-Müller, Luisenplatz 2, D-64283 Darmstadt
Telefon: 06151 12 5412, Fax: 06151 12 6313
E-Mail: pressestelle@rpda.hessen.de



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