Umgebungslärm

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Lärmminderungsplanung


Mit der Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates der Europäischen Union vom 25.06.2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm hat die Europäische Union ein Konzept festgelegt, um schädliche Auswirkungen und Belästigungen durch Umgebungslärm zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu mindern.
Diese Richtlinie wurde durch das Gesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm vom 24.06.2005 in nationales Recht umgesetzt. Hiermit sind die §§ 47 a-f in das Bundesimmissionsschutzgesetz eingefügt worden.

Für die Lärmminderungsplanung stehen im wesentlichen zwei Instrumente zur Verfügung:

  • die Lärmkartierung zur Ermittlung der Belastung und
  • die Lärmaktionsplanung zur Regelung von Lärmproblemen und Lärmauswirkungen.

Die Lärmminderungsplanung vollzieht sich in zwei Stufen:

  • Während der ersten Stufe bis 2008 wird die Lärmminderungsplanung für Hauptverkehrsstraßen mit über 6 Mio. Kfz/Jahr und Haupteisenbahnstrecken mit über 60.000 Züge/Jahr bzw. für Großflughäfen mit über 50.000 Flugbewegungen und Ballungsräume mit über 250.000 Einwohnern durchgeführt.
  • Während der zweiten Stufe bis 2013 wird die bis dahin erfolgte Lärmminderungsplanung auf Hauptverkehrsstraßen mit über 3 Mio. Kfz/Jahr und Haupteisenbahnstrecken mit über 30.000 Züge/Jahr bzw. Ballungsräume mit über 100.000 Einwohnern erweitert.


Lärmkartierung
Die Ergebnisdarstellung der berechneten Lärmbelastung erfolgt grafisch in Form strategischer Lärmkarten. In diesen Karten werden Gebiete mit ähnlichem Schallimmissionspegel farblich gleich ausgewiesen (5 dB(A)-Isophonen-Bänder, vgl. Abbildung links). Es wird jeweils eine Karte erstellt, die die Belastungen während des gesamten Tages abbildet und zusätzlich dazu eine Karte für die empfindlichere Nachtzeit. Die Karten können mit Hilfe des „Hessenviewers“ auf der Internetseite des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie eingesehen werden. Dort besteht auch die Möglichkeit, die Lärmbelastung an konkreten Wohnorten zu ermitteln.

Lärmaktionsplanung
Aufbauend auf der Lärmkartierung erfolgt die Lärmaktionsplanung. Die Aufgabe der Lärmaktionsplanung ist die Bewertung der Lärmsituation und die Formulierung von Maßnahmen, Konzepten und Strategien, um unter Beteiligung der betroffenen Öffentlichkeit, der zuständigen Fachbehörden und Baulastträger zur Lärmreduzierung beizutragen und Lärmbelastungen entgegen zu wirken.

Für den Bereich des Straßenverkehrslärms hat das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung unter Mitwirkung der Regierungspräsidien, des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie und Vertreter der Straßenverkehrsbehörden ein "Verfahrenshandbuch Lärmaktionsplanung Straßenverkehr", welches von allen an der Lärmaktionsplanung beteiligten hessischen Behörden zu beachten ist. Das Verfahrenshandbuch definiert die Mindestanforderungen, die von den beteiligten Behörden einzuhalten sind, und zielt auf eine optimierte Zusammenarbeit der Behörden, um den Lärmschutz in Hessen zu verbessern.

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