Amphibien wandern wieder: Naturschutzverbände suchen Freiwillige

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Kröten in einem grünen Eimer
In Eimern werden die Kröten von Freiwilligen eingesammelt und darin über die Straßen gebracht.

Das zunehmend mild-trübe Wetter der vergangenen Tage hat vielerorts die ersten Amphibien hervorgelockt. Doch oft führt ihre Wanderung zum Laichgewässer über viel befahrene Straßen. Deshalb sind wieder – unter anderem im Kreis Bergstraße – viele Helfer aktiv, damit die Wanderung etwa am Ortseingang von Viernheim nicht zum Desaster für hunderte von Erdkröten und andere Amphibien wird. Der NABU Heppenheim organisiert dort gerade den Aufbau eines festen Amphibienzaunes.

„Wir sind sehr froh, dass das Land Hessen einen dauerhaften Zaun auf einer Länge von 2x 500 Metern angeschafft hat. Dieser wird nun von vielen ehrenamtlichen Helfern aufgebaut, ist witterungsbeständig und kann deshalb ganzjährig stehen bleiben. Das erspart uns das jährliche Auf- und Abbauen in einer Zeit, in der das ehrenamtliche Engagement vielfach nachlässt“, sagt Silvia Fusch vom NABU Heppenheim.

An den Wanderungsstrecken im Odenwald müssen angesichts der örtlichen Gegebenheiten (Mäharbeiten) nach wie vor mehrere hundert Meter mobile Amphibienzäune gestellt werden. Das Land Hessen hat deshalb im vergangenen Jahr zusätzlich die Anschaffung von zwei Kilometern Mobilzaun finanziert. Auch bei der Erneuerung von dauerhaften Amphibienzäunen gibt es Fortschritte. Hier hat das Land ein Programm in Höhe von fünf Millionen Euro aufgelegt, mit dem ab dem kommenden Jahr hessenweit weitere 32 ganzjährig stehende Amphibien-Leitanlagen saniert werden sollen.

In ganz Hessen gibt es Amphibien-Wander-Bereiche, die von ehrenamtlichen Helfern – meist von örtlichen Naturschutzverbänden - betreut werden. Im Laufe der kommenden Wochen müssen die Erdkröten und andere Amphibien zu früher Stunde an den Anlagen mit Schutzzäunen eingesammelt und auf der Seite des Laichgewässers wieder ausgesetzt werden.

Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid lobt das große ehrenamtliche Engagement an den mehr als 150 Leitanlagen in Südhessen: „Ohne die vielen tatkräftigen, ehrenamtlich Helfenden könnte der Amphibienschutz an unseren Straßen nicht funktionieren.“ Soweit möglich, versuche das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt die ehrenamtlichen Gruppen durch die Bereitstellung von Zaunmaterial zu unterstützen.

Interessierte, die sich in diesem Jahr ein paar Stunden Zeit nehmen wollen, wenden sich am besten an den örtlichen Ableger eines Naturschutzverbands wie dem NABU. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, Einweisungen erfolgen vor Ort. Wetterangepasste Kleidung und festes Schuhwerk sind ratsam, auch Taschenlampe und Eimer sollten mitgebracht werden. Kinder und Jugendliche sind in Begleitung von Erwachsenen herzlich willkommen.

Pressekontakt
Pressesprecher: Dieter Ohl
Pressestelle Regierungspräsidium Darmstadt
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