Die Deichmeisterei des RPs beginnt mit der diesjährigen Mahd und bittet um besondere Vorsicht von Besuchern

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Mahd
Ein Mähfahrzeug der RP-Deichmeisterei in Biebesheim im Einsatz auf einem Deich

Ab dem 1. Mai werden die Mähtraktoren der Deichmeisterei in Biebesheim sowie die zweier beauftragter Firmen auf den Rhein- und Maindeichen mit den notwendigen Mäharbeiten beginnen. Die Deichböschungen und die fünf Meter breiten Deichschutzstreifen, die den Deich auf der Land- und der Wasserseite begleiten und diesen vor Fremdeinwirkungen schützen, bedürfen zu ihrem Schutz und zur Erhaltung der Funktionssicherheit des Ingenieurbauwerks Deich eine besondere Pflege.


Durch die starke Trockenheit der letzten Jahre wurde die Grasnabe der Deichböschungen stark beeinträchtigt. Diese ist für die Funktionssicherheit von besonderer Bedeutung, da sie wie eine Art Schutzhaut auf den Deichböschungen liegt und bei einem Hochwasser das Material zusammenhält und damit den Deich vor Erosionen schützen soll. Der Klimawandel zieht ein Umdenken in der Bewirtschaftung der Deiche nach sich: Es müssen hitzebeständige Gräser und Kräuter mit einer guten Verwurzelung und wenig Wasserbedarf gefunden und auf den Deichen beheimatet werden, die entsprechend den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes standortgerecht aus Regiosaatgut stammen.

Der Deich ist aber auch der größte zusammenhängende Gründland – Biotopverbund in Südhessen und daher von großer Bedeutung für den Naturschutz. An einigen Stellen (wie z.B. bei Groß-Rohrheim und Ginsheim-Gustavsburg) werden für die Etablierung neuen Gräser und zur Verbesserung der bestehenden Grasnabe zusätzliche Pflegegänge notwendig sein, als die üblichen zwei bis drei Mahdgänge pro Jahr. Dabei arbeitet die deichverwaltende Behörde eng mit der Oberen Naturschutzbehörde zusammen, die auch Mittel aus dem Klimaschutzprogramm einsetzt.  Ein weiterer starker Einflussfaktor sind die zunehmenden Fremdnutzungen am Deich. Durch die Pandemie hat der Besuch an den hessischen Deichen stark zugenommen. Ausflügler werden daher gebeten, die Deichpflegearbeiten nicht zu stören und ausreichenden Sicherheitsabstand zu den Arbeitsgeräten zu halten.

„Leider stellen wir vermehrt fest, dass sich einige Menschen durch die Mäharbeiten in ihrem Freizeitverhalten eingeschränkt sehen und Absperrungen bewusst missachten“, berichtet Annett Friedrich vom Staatlichen Wasserbau beim RP. Insbesondere Radfahrer behinderten immer öfter die so wichtigen Mäharbeiten an den Deichen. Diese, aber auch viele Fußgänger, bringen sich und die RP-Beschäftigten außerdem in Gefahr, wenn sie sich den Maschinen nähern – schließlich werden scharfe Messer eingesetzt, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.

Das Regierungspräsidium Darmstadt bittet daher Radfahrer und Fußgänger um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme zum Schutz der Natur und des Deichs, aber auch zur eigenen Sicherheit. Daher sollten Absperrungen beachtet werden und deren Umfahrung unterbleiben. Jeder Trampelweg zerstört nicht nur wertvolle Habitate für Pflanzen und Insekten, sondern kann den Deich in seiner Funktionssicherheit dauerhaft gefährden. Das Zuparken von Deichwegen und Deichzufahrten ist verboten und kann bei Behinderungen zum unverzüglichen Abschleppen führen.

Pressekontakt
Pressesprecherin: Nina Lipp
Pressestelle Regierungspräsidium Darmstadt
Telefon: +49 6151 12-6209
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64283 Darmstadt

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