Regionales Entwicklungskonzept Südhessen durch Regierungspräsidium Darmstadt und Planungsbüro Albert Speer und Partner vorgestellt

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RP Dezernatsleiterin Dr. Tatjana Zeiß, Verbandsdirektor Thomas Horn, Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid
V.l.n.r: RP Dezernatsleiterin Dr. Tatjana Zeiß, Verbandsdirektor Thomas Horn, Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid

Nach einjähriger Arbeit des Büros Albert Speer und Partner (AS+P) wurden nun die Ergebnisse des Regionalen Entwicklungskonzeptes für den Regierungsbezirk Darmstadt den Kommunen, Landkreisen und der Regionalpolitik in der Centralstation in Darmstadt präsentiert.

Die planerischen Herausforderungen, die durch das starke Bevölkerungswachstum, den anhaltenden Wohnraumbedarf und neue Anforderungen an Gewerbe- und Logistikflächen in der Region geprägt sind, wurden in dieser Zeit eingehend betrachtet. Bei der konzeptionellen Ausarbeitung standen ebenfalls die Themen Mobilität, Landschaftsraum, Klimawandel und die Sicherstellung einer sozialgerechten Raumnutzung im Ballungsraum und im ländlichen Raum der Region im Fokus.

Das innovative Konzept mit einer gesamtheitlichen Analyse der Entwicklungspotentiale der Region Südhessen als erster Arbeitsschritt zu einem neuen Regionalplan verschafft einen guten Überblick der möglichen Handlungsoptionen. Für die Regionalversammlung Südhessen ist das Regionale Entwicklungskonzept eine der Grundlagen für einen Einstieg in die notwendige politische Diskussion der Flächenentwicklung in der Region. Im nächsten Schritt gilt es dann, die Flächenkulisse des neuen Regionalplans Südhessen/Regionalen Flächennutzungsplans zu erarbeiten.

Im Rahmen der Konzepterstellung waren alle 184 Städte und Gemeinden der Planungsregion Südhessen, im Ballungsraum gemeinsam mit dem Regionalverband FrankfurtRheinMain (RVFRM), vom Regierungspräsidium Darmstadt einbezogen worden. Im Rahmen von Fachgesprächen, in Stadt-Umland-Dialogen und Landkreisgesprächen wurden wichtige Informationen ausgetauscht. Die Kommunen nahmen die gezeigten Ergebnisse sehr positiv auf. Auch bot dieses Forum ihnen Gelegenheit, sich jenseits der eigenen kommunalen Stadtplanung auszutauschen.

Das Fachgutachten zeigt mit einem Fokus auf vorhandene und neue schienengebundene Infrastruktur die in der Region am besten geeigneten Flächen im Sinne eines Flächenpools auf. Grundidee eines Flächenpools ist, dass in den Kommunen mehr Flächen als benötigt ausgewiesen werden, die Möglichkeit der absoluten Inanspruchnahme allerdings begrenzt wird. Dadurch könnte den Kommunen mehr Flexibilität bei der Flächenauswahl und die Möglichkeit der langfristigen Sicherung von Flächenoptionen auch nach dem Jahr 2030 eingeräumt werden.

Zudem sind die Folgen der Digitalisierung in den Bereichen Logistik und Einzelhandel bei Planungen mitzubedenken. Hierbei gilt es, die Anregungen zur Schonung von Flächen bspw. durch Stapelung und Mehrfachnutzungen bei der Errichtung von Logistikgebäuden aufzugreifen.

Die TU Darmstadt wiederum hat in Kooperation mit dem Regierungspräsidium Darmstadt das Regionale Entwicklungskonzept mit studentischen Ideen bereichert. Die im Rahmen einer Ausstellung gezeigten studentischen Arbeiten zeigen neue Bilder unserer Region mit einem geänderten Verständnis von Stadtentwicklung. Hierfür wurde die stillgelegte Bahntrasse im Darmstädter Umland beispielhaft reaktiviert und mit neuem Leben erfüllt. Die interessanten Arbeiten der Studierenden sind in der Zeit vom 26. Juni bis 9. Juli 2019 in der Regionalgalerie im Nordfoyer des Regierungspräsidiums Darmstadt am Luisenplatz und anschließend vom 11. Juli bis zum 25. Juli 2019 in der Hilpertstraße 31 zu besichtigen.

In der Veranstaltung wurde deutlich: Die Herausforderungen der RheinMainNeckar-Region können nur im gemeinsamen Handeln aller Kommunen gelöst werden. Hierzu braucht es ein Umdenken in der Stadtentwicklung, von der weiteren Entwicklung autogerechter Städte mit Funktionstrennungen und damit induziertem Verkehr und Flächenverbrauch hin zugunsten einer Stadtentwicklung mit lebenswerten Quartieren, die die Anforderungen an sozial- und klimagerechte Städte erfüllen. Der Fokus sollte zukünftig auf verdichtete Nutzungsmischungen und umweltfreundliche Mobilität gelegt werden. Aus heutiger Sicht bietet diese Vision die Möglichkeit, die Entwicklung der RheinMainNeckar-Region zukunftsfähig zu steuern.

Pressekontakt
Pressesprecher: Dieter Ohl
Pressestelle Regierungspräsidium Darmstadt
Telefon: 06151 12 6209
E-Mail: pressestelle@rpda.hessen.de

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64283 Darmstadt

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