RP lässt Verschlammung der Horloff untersuchen - Besserer Gewässerzustand als Ziel

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Brauner Bach
Die stark verschlammte Horloff.

Im Auftrag des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt wird aktuell die Sedimentbelastung der Horloff untersucht – ein Zufluss der Nidda. Die Verschlammung wird als schädlich für die darin befindlichen Lebewesen und damit auch für den Zustand des Gewässers erachtet. Im Rahmen des gemeinsamen Projekts mit der Uni Frankfurt soll herausgefunden werden, woher die Sedimente stammen, welche genauen Auswirkungen sie haben und wie sie vermindert werden können.

In einem ersten Schritt hat das Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität bereits zahlreiche Sedimentproben entnommen. Diese wurden untersucht und gewässerökologisch bewertet; die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Verschlammung schädliche Auswirkungen auf die Gewässergüte hat. In einem nächsten Schritt hat die Frankfurter Umwelt-Abteilung des RP als Obere Wasserbehörde Südhessens ein Ingenieurbüro beauftragt, im Laufe dieses Jahres den Umfang der Verschlammung und die möglichen Ursachen zu ermitteln.

Zunächst werden alle relevanten Daten für die Beurteilung der Sedimentsituation an der Horloff gesammelt. Bereits vorhandene Daten, die dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) sowie dem Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (HLBG) vorliegen, werden ausgewertet. Im Frühjahr ist eine Begehung des Gewässers vorgesehen und eventuell werden zusätzliche Untersuchungen veranlasst. Aus den Ergebnissen sollen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation abgeleitet werden – etwa zur Verminderung der Erosion oder zur Minderung des Feststoff-Eintrages von befestigten Flächen.

In der Vergangenheit hat es bereits große Anstrengungen gegeben, um die Situation an der Horloff im Hinblick auf Ökologie und Gewässergüte zu verbessern. Dafür wurden Kläranlagen ausgebaut und im Zuge von Renaturierungen neue Biotopstrukturen geschaffen, die eine Bereicherung für die Artenvielfalt der Horloff und ihrer Auen bedeuten.

Am Gewässer zeigt sich, dass der ökologische Zustand des Gewässers nach wie vor durch umfangreiche Sedimentablagerungen und daher eine Verschlammung auf der Gewässersohle insbesondere im Unterlauf beeinträchtigt wird. Es ist nicht auszuschließen, dass dies die bisherigen Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur abschwächt und somit dafür verantwortlich ist, dass der Gewässerzustand nach wie vor nicht gut ist. Die Ablagerungen sind zum Teil mehr als einen halben Meter mächtig. Dabei reichern sich auch Schadstoffe in den Sedimenten an („Gedächtnis des Gewässers“). Diese Belastungen haben negativen Einfluss insbesondere auf die in oder auf der Gewässersohle lebende Fauna wie Bodenfische und Flora, Algen etwa. Aufgrund der Remobilisierung von Schadstoffen aus den Sedimenten kann es zu einer sekundären Gewässerbelastung kommen, die auch die Freiwasserarten beeinträchtigt.

Historisch wurde die Horloff in ihrem Gewässerverlauf stark verändert und in weiten Strecken begradigt. Dies bedeutet nach heutigen Erkenntnissen für das Gewässer eine gestörte Abflussdynamik, die den natürlichen Transport bzw. die Ablagerung der Sedimente verändert. Anthropogene Nutzungsansprüche wie Einleitungen aus Kläranlagen, Mischwasser- und Regenwasserentlastungen und die angrenzenden Flächen mit landwirtschaftlicher Bewirtschaftung stellen mögliche Eintragspfade für die Sedimentbelastung dar.

Hintergrund:
Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt ist als Obere Wasserbehörde in Südhessen für die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zuständig. Ziel des behördlichen Handelns ist ein ganzheitliches Gewässerentwicklungskonzept. Das vorliegende Projekt ist ein Baustein dieses Konzepts. Finanziert wird es aus Landesmitteln. Das HLNUG informiert über den Zustand der hessischen Oberflächengewässer unter http://wrrl.hessen.de.

Pressekontakt
Pressesprecher: Dieter Ohl
Pressestelle Regierungspräsidium Darmstadt
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