Weschnitzinsel von Lorsch

Aktualisierte Naturschutzgebietsverordnung tritt in Kraft

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Weschnitzinsel von Lorsch
Die Weschnitzinsel mit ihrem renaturierten Flussbett

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat das Novellierungsverfahren über die Naturschutzgebietsverordnung „Weschnitzinsel von Lorsch“ abgeschlossen. Am 30. Juni tritt die neue Verordnung in Kraft.

Die bisherige Verordnung über das Naturschutzgebiet Weschnitzinsel stammte aus dem Jahr 1979. Nach der Renaturierung der Weschnitz 2017 und der damit einhergehenden Flurbereinigung war es notwendig, sowohl die Grenzen des Schutzgebietes an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen, als auch den Verordnungstext zu modernisieren.

Der Entwurf für die novellierte Verordnung hatte - wie gesetzlich vorgeschrieben - im Januar/Februar in Lorsch öffentlich ausgelegen. Im Anhörungsverfahren wurden keine grundsätzlichen Bedenken gegen die weitere Unterschutzstellung vorgetragen. Die durch die Träger öffentlicher Belange vorgebrachten Anliegen konnten in vielen Fällen einvernehmlich gelöst werden. Einwendungen von Privatpersonen hat es keine gegeben. Um eine stärkere Beruhigung des Gebietes zu erreichen, darf das Naturschutzgebiet künftig nur noch auf dem markierten Wanderweg auf dem Außendamm sowie auf der abgezäunten Zuwegung zum sogenannten Hans-Ludwig-Turm betreten werden.

„Mein Dank an alle Beteiligten für die gute Zusammenarbeit“, so RP-Dezernatsleiterin Gabriele Fillbrandt. „Von der Planung der umfangreichen Renaturierungsmaßnahme bis zur Novelle der Naturschutzgebietsverordnung war es langer und keineswegs einfacher Weg. Mein besondere Dank gilt allen, die dies mitgetragen haben, von der Stadt Lorsch über die Nutzer und dem Gewässerverband Bergstraße.“

Durch die Renaturierung wurden zwei bisher eingedeichte Flussabschnitte zusammengelegt und ein mäandrierender Flusslauf inmitten des Gebietes geschaffen. Nun hofft das Regierungspräsidium Darmstadt, dass sich hier eine naturnahe Aue und artenreiche Wiesen entwickeln. Eine extensivierte Grünlandnutzung und verschiedene neu angelegte Stillgewässer sollen den Lebensraum von besonders geschützten Vogelarten wie der Bekassine erhalten; verschwundene Arten wie der Kiebitz können sich im Gebiet wieder ansiedeln.

Hintergrund


Die Weschnitzinsel umfasst die größte zusammenhängende Grünlandfläche zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar. Durch die Lage inmitten des Oberrheintales und damit in einem der wichtigsten Vogelzugkorridore Deutschlands besitzt dieses Schutzgebiet eine überregionale Bedeutung als Trittstein während des Vogelzugs. Die Weschnitzinsel ist gleichzeitig Retentionsraum (Polder) bei Hochwasser.
Alle Infos zum Projekt – unter anderem ein Video aus der Vogelperspektive – gibt es unter http://www.weschnitzinsel.de/. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt ist Südhessens Obere Naturschutzbehörde und also solche für 344 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 18.078 Hektar zuständig – dies entspricht 2,5 Prozent der Fläche von Südhessen.

Pressekontakt
Pressesprecherin: Nina Lipp
Pressestelle Regierungspräsidium Darmstadt
Telefon: +49 6151 12-6209
E-Mail: pressestelle@rpda.hessen.de

Luisenplatz 2
64283 Darmstadt

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