Verdachtsmeldung

Wenn Gelder aus schweren Straftaten in den legalen Wirtschaftskreislauf eingebracht werden, nennt man dies „Geldwäsche“ – dabei wird versucht, die Spur des illegalen Geldes durch vielfältige und zahlreiche Aktionen im In- und Ausland zu verwischen, bis irgendwann letztlich auch „Nutzen“ aus der Straftat gezogen wird, indem sich der Straftäter, auch über „Mittelsmänner“, z. B. Luxusartikel oder Immobilien kauft oder Geld anderweitig anlegt.

  • Gibt es Hinweise darauf, dass es sich bei den Vermögenswerten, mit denen das Geschäft getätigt werden soll, um Erträge krimineller Aktivitäten handelt oder dass die Vermögenswerte im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen?
  • Hat der Vertragspartner Ihnen gegenüber nicht offengelegt, ob es einen wirtschaftlich Berechtigten gibt?

Dann sind Sie zu einer „Verdachtsmeldung“ verpflichtet und dürfen das Geschäft i.d.R. zunächst nicht abschließen.

Wie können Sie Verdachtsfälle in der Praxis erkennen?

Sie müssen hierzu keinesfalls detailliert ermitteln, ob möglicher Weise eine Straftat des „Geldwäscheparagraphen“ (§ 261 Strafgesetzbuch) erfüllt ist. Zu prüfen ist vielmehr, ob es sich um einen Sachverhalt handelt, der unter dem Blickwinkel der allgemeinen Erfahrungen und Ihrem beruflichen Erfahrungswissen ungewöhnlich und/oder auffällig ist und die Möglichkeit von Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung demzufolge nahe liegt.

Verdachtsmomente können zum Beispiel sein:

  • Die Art des Geschäfts passt nicht zum Kunden und dessen vermuteten wirtschaftlichen Verhältnissen.
  • Der Kunde vermeidet weitestgehend den persönlichen Kontakt.
  • Der Kunde verlangt Anonymität oder versucht, seine wahre Identität zu verschleiern.
  • Der Kunde kann keinen Ausweis oder Pass vorlegen und dies nicht nachvollziehbar erklären.
  • Sie haben Zweifel an der Echtheit der vorgelegten Dokumente.
  • Der Kunde weicht Ihren Nachfragen aus und/oder macht ungenaue oder nicht nachvollziehbare Angaben.
  • Der Kunde nimmt sein Vertragsangebot zurück, nachdem er erfahren hat, dass weitere Recherche erforderlich ist.
  • Der Schwellenwert von 15.000 € im Güterhandel wird offensichtlich unterschritten, um eine Identifizierung zu vermeiden.
  • Die Angaben zur Identität des Vertragspartners oder wirtschaftlich Berechtigten oder den Zahlungsmodalitäten werden mehrfach korrigiert.
  • Die Zahlungsverpflichtung wird durch Dritte erfüllt („Strohmanngeschäft“).
  • Verkehrswert und Verkaufswert einer Immobilie fallen deutlich auseinander/auffälliger Spielraum bei Kaufpreisverhandlungen.
  • Bei Immobilien: Mehrere Eigentümerwechsel in Serie zu jeweils steigendem Preis.
  • Der Käufer hat keine Kenntnis über ein Objekt/kein Interesse an Eigenschaften des Objekts.

Diese Auflistung ist nicht abschließend!
Wichtiger als jede Liste ist Ihre Intuition!

Näheres zur Vorgehensweise und weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Dokumenten im Downloadbereich. Dort finden Sie auch ein ausfüllbares Kurzformular, das Sie für Ihre Verdachtsmeldung verwenden können.

Weitere allgemeine Anhaltspunkte und Warnhinweise können Sie einem Anhaltspunktepapier der Financial Intelligence Unit (FIU) beim BKA entnehmen.Den Zugangerhalten Sie als Verpflichteter des Geldwäschegesetzes, wenn Sie eine E-Mail an geldwaeschepraevention@rpda.hessen.de mit dem Betreff „Geschützter Link FIU“ senden. Bitte geben Sie dabei an, aus welcher gewerblichen Tätigkeit heraus Sie Verpflichteter des Geldwäschegesetzes sind. Die FIU ist stets an Rückmeldungen der Verpflichteten zu Anhaltpunkten interessiert – sollten Sie hierzu neue Erkenntnisse gewinnen oder Erfahrungen/Kritik im Hinblick auf die gelisteten Anhaltspunkte haben, geben Sie dies bitte an die FIU weiter. Dies trägt zur Aktualität und Weiterentwicklung der Dokumente bei.

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