Fischartenschutz

Aufgabenstellung

In den vergangenen Jahrhunderten wurden unsere heimischen Fischbestände erheblich geschädigt. Insbesondere die Einleitung ungeklärter Abwässer, der Verbau von Wanderwegen und die Zerstörung von Laichplätzen führte lokal oder landesweit zum Aussterben einzelner Fischarten.Erst vor rund 25 Jahren begannman damit, die Wasserqualität und die Strukturgüte unserer Bäche, Flüsse und Ströme wieder zu verbessern. Damit schuf man vielerorts die Voraussetzungen für eine Erholung der Fischbestände. Für die kommenden Jahre sind weitere Aufwertungen im Bereich Wasserqualität und Gewässerstruktur absehbar, nicht zuletzt auch aufgrund der Verpflichtung zur Umsetzung europäischer Rechtsakte wie der Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) oder der Richtlinie zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik (Wasserrahmenrichtlinie), in die das hessische Fischereirecht eingebettet ist.

Neben den genannten Gefährdungsfaktoren sind unsere heimischen Fischbestände außerdem bedroht durch:

  • die Einschleppung und sukzessive Ausbreitung nichtheimischer, invasiver Tierarten (Neozoen);
  • den anhaltenden Ausbau der Wasserkraft, insbesondere der sogenannten "kleinen Wasserkraft";
  • die Erholung der Kormoranbestände und den dadurch lokal stark gestiegenen Prädationsdruck auf Fische (z. B. Äsche);
  • Medikament- und Hormonrückstände in Abwässern;
  • die Erwärmung deslokalen Klimas.

Jedes dieser Themenfelder ist komplex und erfordert genaue Ursachenforschung sowie lokal abgestimmte Maßnahmen, bei denen sich die Verwaltung an den jeweils vorherrschenden rechtlichen und örtlichen Rahmenbedingungen zu orientieren hat.

Ziel

Ziel des Fischartenschutzes ist der Aufbau bzw. der Erhalt eines der Größe und Beschaffenheit des Gewässers entsprechenden heimischen Fischbestandes in naturnaher Vielfalt. Niedergeschrieben ist dieses grundsätzliche Ziel im § 2 Hessisches Fischereigesetz (HFischG).

Instrumente

Die hessische Fischereiverwaltung verfügt über folgende, maßgebliche Instrumente im Fischartenschutz:

  • Erlass von Schutzvorschriften (z. B. Fangverbote, Schonzeiten);
  • Einrichtung von Schonbezirken und Winterlagern;
  • Wahrung der Belange derFischerei im Rahmen von Genehmigungsverfahren (z. B. Wasserrechts- oder Eingriffsverfahren) mit Hilfe gezielter Auflagen zum Fischschutz;
  • Initiierung, Begleitung und Finanzierung bzw. Förderung von Wiederansiedlungsprojekten mit heimischen Fisch-, Krebs- und Muschelarten;
  • Initiierung, Begleitung und Finanzierung bzw. Förderung von gewässerökologischen Untersuchungen;
  • Finanzielle Förderung von Fortbildungen in den Bereichen Gewässeruntersuchung, Gewässerschutz und Gewässerökologie;
  • Finanzielle Förderung von Geräten zur Gewässeruntersuchung im Rahmen der Fischereiförderung;
  • Finanzielle Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur im Rahmen der Fischereiförderung

Finanzierung

Ein Großteil aller Artenhilfsmaßnahmen im aquatischen Bereich wird aus Mitteln der Fischereiabgabe finanziert bzw. gefördert. Dabei handelt es sich um eine Abgabe, die Personen beim Erwerb eines Fischereischeines zahlen. Regelmäßig leisten aber auch Fischereirechtsinhaber/-innen (z. B. Kommunen, Fischerzünfte, Fischereigenossenschaften) und Fischereiausübungsberechtigte im Ehrenamt (z. B. Fischereivereine, Einzelpächter) einen erheblichen Beitrag zum Schutz der heimischen Gewässer und ihrer Lebewesen.

Aktuelle Projekte

Die nachfolgenden Seiten der Rubrik Fischartenschutz bieten artbezogene Informationen zu aktuellen Projekten im Regierungsbezirk Darmstadt. Neben Berichten zu konkreten Projekten stehen dort Informationsflyer, Links und weitere interessante Informationen für Sie bereit.

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