Elektrogeräte-Demontage

Die meisten Elektroaltgeräte sind als gefährliche Abfälle einzustufen. Für die gebräuchlichsten Elektrogeräte gilt das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Der erste Schritt der Entsorgung von Elektroaltgeräten ist die Demontage (Zerlegung), durch die Schadstoffe entfernt, gefährliche Bestandteile unschädlich gemacht sowie gleichartige Materialien abgetrennt und sortenrein gesammelt werden sollen.
Erst danach darf die stoffliche oder energetische Entsorgung der einzelnen Stoffe und Materialien folgen.
Anlagen zur Demontage von Elektroaltgeräten müssen bei einer möglichen Aufnahme- oder Behandlungskapazität von 1 Gewichtstonne (t) pro Tag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigt werden. Bei einer geringeren Kapazität ist im Regelfall eine Baugenehmigung erforderlich. Für die Entsorgung sind Nachweise und Dokumentationen nach dem ElektroG und dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) zu führen.

Vom Produkt zum Abfall

Elektro- und Elektronikgeräte, die nicht mehr repariert und somit nicht mehr in Betrieb gesetzt werden, sind Abfälle, die zu entsorgen sind. Wenn sie in den Regelungsbereich des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) fallen, dann sind es „Altgeräte“ im Sinne des Gesetzes.
Elektrogeräte sind Geräte, die für ihre Funktion elektrischen Strom benötigen. Elektronikgeräte sind Geräte, die aus mehreren elektrischen Bauteilen, wie z. B. Elektronenröhren, Photozellen und Halbleitern bestehen; sie sind also eine Untergruppe der Elektrogeräte. Im Folgenden wird für die Abfälle nur das Wort „Elektroaltgeräte“ gebraucht.

Genehmigungen für Behandlungsanlagen

Die Demontage (das Zerlegen) von Elektroaltgeräten ist eine Behandlung im Sinne des ElektroG. Anlagen, in denen das geschieht, sind Abfallentsorgungsanlagen.
Die weiteren Ausführungen gelten nicht für Anlagen,

  • die Elektroaltgeräte mit radioaktiven Stoffen annehmen, wie z. B. Rauchmelder, die einen radioaktiven Strahler enthalten,
  • die bereits ausgebaute Bauteile, wie beispielsweise Leiterplatten und Bildröhren, stofflich verwerten und
  • die Geräte behandeln, in denen Gase enthalten sind, die die Ozonschicht schädigen oder ein Erderwärmungspotenzial (GWP) über 15 haben.

Zahlreiche Elektroaltgeräte für sich alleine und Mischungen aus verschiedenen Gerätetypen, wie sie beispielweise in kommunalen Sammelstellen entstehen, sind gefährliche Abfälle. Wenn pro Arbeitstag mehr als eine Gewichtstonne Elektroaltgeräte angenommen oder demontiert werden können, dann sind Demontageanlagen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) zu genehmigen. Das ergibt sich aus Anhang 1 der Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen (4. BImSchV). Die Anlage ist der Nr. 8.11.1.2 zuzuordnen, bei einer möglichen Behandlungskapazität von 10 Tonnen oder mehr je Tag der Nr. 8.11.1.1.
Die Lagerflächen können abhängig von deren Kapazität nach einer Nummer von 8.12 genehmigungspflichtig sein.

Nur wenn sichergestellt ist, dass weniger als 1 t als gefährlich eingestufte Elektroaltgeräte pro Tag demontiert werden, ist eine Genehmigung nach dem BImSchG nicht erforderlich. Für die Lagerflächen gelten zusätzlich folgende Obergrenzen:

  • weniger als 30 t gefährliche Abfälle und
  • weniger als 100 t nicht gefährliche Abfälle.

Es ist dann aber in jedem Fall mit der zuständigen Bauaufsichtsbehörde zu prüfen, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist.

Demontage

Die Demontage ist ein wesentlicher Teil in der Kette zur Entsorgung von Elektroaltgeräten.
Der Umfang und die Demontagetiefe können vom Anlagenbetreiber selbst festgelegt werden. Die Verfahren, also die Art und Weise wie dies geschieht, hat dem Stand der Technik zu entsprechen, der in § 3 Abs. 28 KrWG und § 11 ElektroG beschrieben ist.
Durch das Demontieren sollen Schadstoffe entfernt, gefährliche Bestandteile unschädlich gemacht sowie gleichartige Materialien abgetrennt und sortenrein gesammelt werden. Teilweise behandelte Elektroaltgeräte können - unter Berücksichtigung des abfallrechtlichen Nachweisverfahrens - an andere, dafür zugelassene Demontagebetriebe weitergeben werden.

Bevor man mit der Behandlung beginnt, ist zu prüfen, ob Geräte oder einzelne Bauteile wiederverwendet werden können, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich ist.

Im beigefügten Download ist beschrieben welche Behandlungsschritte nach § 11 ElektroG erforderlich sind und welche technischen Anforderungen an die Demontageanlagen nach Anhang IV des ElektroG gestellt sind.

Dokumentationen, Nachweise, Prüfungen

Nach dem ElektroG und dem KrWG müssen verschiedene Dokumentationen vorhanden sein und Nachweise geführt werden. Es handelt sich dabei um:

  • eine Betriebsordnung
  • ein Betriebshandbuch
  • ein Betriebstagebuch
  • ein Register für die angenommenen Abfälle
  • ein Register für die abgegebenen Abfälle.

Demontageanlagen, die Elektroaltgeräte im Sinne des ElektroG als Erste annehmen und behandeln, bedürfen darüber hinaus eines Zertifikates nach § 11 Abs. 3 ElektroG durch einen Sachverständigen, das jährlich neu ausgestellt werden muss. Möglich ist diese Zertifizierung auch im Rahmen der Anerkennung als Entsorgungsfachbetrieb.

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