Ich und der Bergbau

Bergbau_TTstudio_shutterstock_268734875.jpg

Stollen mit Wägen im Bergbau

Warum Bergbau? Das ist doch das, was im Ruhrgebiet eingestellt werden soll? Das gibt es doch bei uns gar nicht mehr! Was habe ICH denn damit zu tun?

In Hessen gibt es insgesamt 283 Betriebe. Hierunter fallen Bergwerke, Tagebaue, Untergrundspeicher, Besucherbergwerke, Besucherhöhlen und eine Schaustollenanlage. Hessen hat ca. sechs Millionen Einwohner, dies ergibt bezogen auf die Rohstoffförderung 7t/a pro Einwohner.
Gefördert werden in Hessen hauptsächlich Basalt, Quarz und Kalisalz.

Warum ist der Bergbau für die Region wichtig?

An diesem Branchenzweig hängen alleine in Hessen rund 5.512 Arbeitsplätze (Stand 2017). Ohne Bergbau ist unser Leben in einer Industriegesellschaft kaum vorstellbar. Natürlich muss eine möglichst vollständige Kreislaufwirtschaft das Ziel sein, aber in weiten Bereichen sind wir noch weit davon entfernt, ohne Rohstoffverbrauch auszukommen.
Insgesamt werden laut Informationen der TU Clausthal rund 90 Masseprozent der von uns verbrauchten Rohstoff in Deutschland gewonnen. Gerade Massenrohstoffe wie Sand und Kies oder Schotter können weder ökonomisch noch ökologisch vertretbar aus großen Entfernungen geliefert werden. Auch Ton für die keramische Industrie oder den Deponiebau stammt zum Beispiel aus dem Odenwald.

Was habe ich davon?

Im Schnitt verbraucht jeder Deutsche während eines 80-jährigen Lebens rund 1.000 Tonnen Rohstoffe. Dazu gehören nicht nur Kupfer und Lithium zum Beispiel für die Produktion des Smartphones oder der Sand im Beton des eigenen Hauses, sondern natürlich auch die Energierohstoffe Erdgas und Kohle zur Stromerzeugung. Bergbau ermöglicht uns auch erst das sichere Fahren auf befestigten Straßen, denn die Herstellung von Asphalt und die Gewinnung von Salz – unter anderem für den Winterdienst – erfolgt unter bergrechtlich zugelassenen Betrieben.
Nicht zu vergessen ist hierbei die Geothermie. Hier kommt eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren oder auch mit Grundwasserbrunnen zum Einsatz. Mittels Wärmepumpentechnologie kann die der Erde entzogene Wärme (im Mittel 10 Grad) in Heizenergie umgewandelt werden, so dass Sie Ihr Zuhause beispielsweise mittels Fußbodenheizung heizen können. Weitere Informationen finden Sie hierzu im Reiter „Spezialthema Geothermie“.

Weitere Anwendungsbeispiele der gewonnenen Rohstoffe:

Kalisalz wird überwiegend als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt und dient der Sicherstellung der Ernährung.
Quarzsand findet in der Glas- und Keramikherstellung zur Herstellung von Trinkgläsern und Tassen, Tellern usw. Verwendung
Kies wird bei der Trinkwassergewinnung als Filterkies in Wassergewinnungsbrunnen und bei der Trinkwasseraufbereitung (Kiesfilter) eingesetzt.
Hochwertige Quarz- und Klebsande benötigt die Gießereiindustrie für die Herstellung von Gussformen zur Produktion von Kochgeräten zur Nahrungsmittelzubereitung.
Erdöl dient zur Herstellung einer Vielzahl von Produkten für den Lebensmittelbereich.
Sole bezeichnet man Thermalwasser mit einem Natriumchloridgehalt von mindestens 1 % (10 g Natriumchlorid / Liter). Getrunken hat Thermalwasser eine spülende und entschlackende. Verdauung und Stoffwechsel werden angeregt, die Linderung von Stoffwechselerkrankungen unterstützt. Auch die Inhalation (z. B. in Gradierwerken) von Thermalwasser hat eine heilende Wirkung.

Bleibt nach der Einstellung des Tagebaubetriebs ein tiefes Loch bestehen?

Nachdem der Bergbaubetrieb eingestellt wurde bzw. teilweise auch schon vorher entstehen keine Mondlandschaften oder Löcher. Es werden auch nicht nur naturgeschützte Lebensräume geschaffen. Viele ehemalige Bergbaubetriebe dienen nach oder sogar schon während der Gewinnung durchaus auch als Erholungsgebiet. Der weit überwiegende Teil der hessischen Badeseen sind ehemalige Baggerseen, in denen einst Sande und Kiese gewonnen wurden. Es gibt auch einige aktive Tagebauseen, an denen Abbau und Freizeitnutzung nebeneinander problemlos bestehen.

Hessen-Suche

SERVICE