Lachs

Ausgangslage und Handlungsbedarf

Ausgewachsen lebt der Atlantische Lachs (Salmo salar L.) im Meer. Zur Laichzeit jedoch zieht er die Flüsse hinauf, um in den Oberläufen abzulaichen. Die Jungfische ziehen wieder ins Meer, um nach einigen Jahren in „ihre“ Flüsse zurückzukehren und ihrerseits dort zu laichen. Bis ins letzte Jahrhundert war der Lachs auch im Rhein und seinen Zuflüssen heimisch. Überfischung, Umgestaltung der Gewässer und Verschlechterung der Wasserqualität ließen ihn jedoch verschwinden. In Hessen galt der Atlantische Lachs nach der Roten Liste der Fische und Rundmäuler Hessens bis Mitte der 90er Jahre als ausgestorben (ADAM et al. 1996).

Schutzmaßnahmen – was ist zu tun?

Im Vordergrund der Schutzbemühungen steht die Wiederansiedlung in geeigneten Gewässern, zunächst im Rahmen des Programms „Lachs 2000“, heute „Lachs 2020“ der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR). Zudem ist der Lachs gemäß Landesfischereiverordnung ganzjährig geschützt und darf nicht gefangen oder entnommen werden.

Sachstand – Planung und Praxis

Wiederansiedlungsprojekte begannen im Regierungsbezirk Darmstadt 1998 an der Wisper, später auch an der Kinzig und seit 2007 am Schwarzbach/Taunus. Das Wisper-Projekt ist das hessenweit erfolgreichste. Hier konnten seit 2002 sowohl Rückkehrer aus dem Meer, als auch eine natürliche Reproduktion dieser Rückkehrer nachgewiesen werden. Hiermit hat das Regierungspräsidium Darmstadt eindrucksvoll gezeigt, dass der Lebenszyklus des Lachses mit Hilfe ausgewählter Projektgewässer wieder geschlossen werden kann.

Die Projektarbeiten an den Lachsgewässern in Südhessen werden kontinuierlich fortgeführt. Sie erfolgen in enger Abstimmung mit der betroffenen Behörden, Kommunen und örtlichen Fischereiausübungsberechtigten und werden von einem beauftragten Fachgutachterbüro in Form einer Erfolgskontrolle wissenschaftlich betreut.

Bisher wurden in der Wisper die meisten Lachsrückkehrer nachgewiesen, und zwar kontinuierlich seit 2002 mit Ausnahme der Jahre 2004, 2005, 2011 und 2012. Im Untersuchungsjahr 2010 wurden insgesamt 8 Laichgruben dokumentiert, wegen der hohen Wasserführung fand man jedoch lediglich drei Individuen von Rückkehrern aus dem Meer.
Ebenfalls im Jahr 2010 hat das Regierungspräsidium Darmstadt zur Erweiterung des Projektgebietes eine Machbarkeitsprognose zur Umgestaltung eines Wehres an der Wisper (Lauksburg) durchgeführt. Außerdem veranlasste es eine Maßnahme zur Optimierung der Durchlässigkeit am Wehr der ehemaligen Walzenmühle durch die Stadt Lorch am Rhein. In 2011 wurde die dort vorhandene Teilanrampung in eine Vollanrampung umgestaltet. Das Regierungspräsidium Darmstadt stellte hierzu Mittel über die Fischereiabgabe zur Verfügung.

Im Jahr 2011 wurde erstmals ein Lachsrückkehrer im hessischen Main mit Hilfe einer Kontrollreuse am Umgehungsgerinne der Wasserkraftanlage Kostheim erfasst. Man geht davon aus, dass es sich bei dem Tier um einen Lachrückkehrer aus dem Wiederansiedlungsprojekt Schwarzbach/Taunus handelt.

Für das Jahr 2012 wurde eine Machbarkeitsstudie über die Chancen einer Wiederansiedlung des Lachses in der Weschnitz im Landkreis Bergstraße in Auftrag gegeben. Die Verpflichtung dazu begründet sich daraus, dass auch dieses Fließgewässer im Masterplan Wanderfische Rhein der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) als potenzielles Wanderfischgebiet ausgewiesen ist.

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