Weinbauförderung

Für die Weinbaubetriebe in Hessen werden aktuell mehrere Förderprogramme speziell für Rebflächen sowie für gezielte einzelbetriebliche Investitionsmaßnahmen angeboten. Alle Flächenförderungsmaßnahmen im Weinbau können von Betrieben, die ausschließlich Weinbau betreiben, seit 2015 beim Regierungspräsidium Darmstadt, Dezernat Weinbau in Eltville beantragt werden:

Förderung im Rahmen der 1. Säule aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL):

1. Direktzahlungen für Rebflächen (RF) gem. der VO (EU) 1306/2013 und 1307/2013

Zusammensetzung der Direktzahlungen 2017

• Junglandwirteprämie
ca. 44 €/ha
• Umverteilungsprämie
ha 1-30 ca. 50 €/ha
ha 31-46 ca. 30 €/ha
• Greeningprämie
ca. 87 €/ha
• Basisprämie
162,86 €/ha

Grundlage für die Gewährung von Direktzahlungen

• Grundlage sind die im Jahr 2015 zugewiesenen Zahlungsansprüche (ZA)
(erstmals Zuweisung an Bewirtschafter von Rebflächen)
• Zuteilung aus der nationalen Reserve 2016/2017
• Obligatorische Beantragung im Rahmen des jährlichen „Gemeinsamen Antrags (GA)“
• Nachweis aller bewirtschafteten LuF-Flächen im jährlichen „Flächen- und Nutzungsnachweis (FNN)

2. Nationales Stützungsprogramm für den Weinsektor

Gesamtbudget im HHJ 2017-18:
zugewiesene Mittel (Grundlage Rebflächenschlüssel in Hessen) = ca. 1,3 Mio. €

2.1 Investitionsförderung

Nach dem Hessischen Förderungs- und Entwicklungsprogramm für Wein werden Investitionen in technische Anlagen und Geräten in der Kellerwirtschaft sowie die Förderung der Vermarktung (ohne bauliche Investitionen und mobile Logistik-, Verkaufs- und Präsentationseinrichtungen) angeboten.
Der Fördersatz beträgt derzeit 30 % auf die Netto-Investitionskosten.
Die Antragsformulare erhalten Sie ganzjährig nach telefonischer Aufforderung.

2.2 Umstrukturierung u. Umstellung von Rebflächen nach dem Hess. Förderungs- und Entwicklungsprogramm Wein und Art. 46 der VO (EU) 1308/2013

Förderfähig ist „Die tatsächlich mit Reben bepflanzte Fläche, definiert durch den äußeren Umfang der Rebstöcke zuzüglich eines Puffers, dessen Breite der halben Entfernung zwischen den Pflanzreihen entspricht.“

Gefördert werden:
Die Anpassung an moderne Bewirtschaftungstechniken sowie Standort- und Klimabedingungen.
D.h. Verbesserung der Bewirtschaftungstechnik durch Anpassung des Zeilenabstandes der Rebfläche, Sortenumstellung durch Wechsel der Ertragsrebsorte oder der Unterlagsrebsorte oder des Rebklons sowie Neuanpflanzung von Rebflächen und Anpflanzung nach Flurbereinigungsmaßnahmen.
Förderbetrag:
Hangneigung < 40% = 8.000€/ha
Hangneigung >=40% = 19.000€/ha

Umstellung der Steillagenbewirtschaftung (ab 30% Hangneigung) auf die Bewirtschaftung in Querterrassierung einschließlich der Anpflanzung

Förderbetrag: 24.000€/ha

Errichtung oder Wiederherstellung von Weinbergsmauern

Förderfähig sind bis zu 40% der nachgewiesenen Kosten, max. 150 €/m2 Maueransichtsfläche

Installation von ortsfesten Bewässerungsanlagen:

Förderfähig sind max. 40% der nachgewiesenen Kosten, max. 2.000€/ha

Förderung im Rahmen der 2. Säule aus den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

1. Förderung des Ökologischen Landbaus nach dem Hessischen Programm für Agrarumwelt - und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM) (B.1)
Gefördert wird die Einführung oder Beibehaltung eines ökologischen Anbauverfahrens
Förderbetrag: 750,00€/ha

2. Förderung von Weinbau in Steillagen (HALM-Maßnahme E.3)
Gefördert wird die Erhaltung des Weinbaus in Steillagen und wird seit dem 1. Januar 2015 zu 100 % aus Landesmitteln (für die Förderperiode 2015-2019) finanziert.

Der Förderbetrag ist abhängig von der jeweiligen Hängigkeit der bestockten Fläche:
Steillagenkategorie E (1.390,00 € je ha)
Fläche mit einer Hangneigung > 30 % bis < 40 %, nicht flurbereinigt
Steillagenkategorie F (1.790,00 € je ha)
Fläche mit einer Hangneigung von 40 % bis < 45 % flurbereinigt
Steillagenkategorie G (1.790,00€ je ha)
Fläche mit einer Hangneigung von 40 % bis < 45 %, nicht flurbereinigt
Steillagenkategorie H (2.190 € je ha)
Fläche mit einer Hangneigung >= 45 %, flurbereinigt
Steillagenkategorie I (2.190 € je ha)
Fläche mit einer Hangneigung >= 45 %, nicht flurbereinigt

3. Förderung von Einsatz von Pheromonen zur Bekämpfung der Traubenwickler im Weinbau (HALM-Maßnahme E.1)
Förderfähig ist der Einsatz von Pheromonen zur Traubenwicklerbekämpfung auf Rebflächen, die innerhalb der abgegrenzten hessischen Weinbaugebiete liegen.

Förderbetrag: 110,00€/ha (Bund 60%/ Hessen 40 %)

Förderung im Rahmen der 2. Säule (ELER) und aus den Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK)

Einzelbetriebliches Förderungsprogramm Landwirtschaft
Im Rahmen des hessischen Einzelbetrieblichen Förderungsprogramms Landwirtschaft (RL-EFP) sind neben landwirtschaftlichen Betrieben grundsätzlich auch Weinbaubetriebe antragsberechtigt. Gefördert werden können u. a. Maßnahmen zur Erhöhung der betrieblichen Wertschöpfung durch Investitionen in langlebige Wirtschaftsgüter (z. B. bauliche Anlagen) oder Investitionen zur Erschließung alternativer Einkommensquellen (Diversifizierung). Für den Zeitraum 2016 – 2019 ist vorgesehen, auch Investitionen in besonders umweltschonende und emissionsarme Geräte für die Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln zu fördern.

Anträge auf Gewährung einer einzelbetrieblichen Investitionsförderung können grundsätzlich ganzjährig gestellt werden. Zuständige Bewilligungsstellen sind die örtlichen Landwirtschafsbehörden bei den Landräten. Das Weinbaudezernat ist zuständig für die betriebswirtschaftliche Bewertung der geplanten Maßnahmen und die Erstberatung interessierter Antragsteller.

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