Artenschutzbestimmungen

Eine der Hauptursachen für den globalen Artenrückgang ist der Handel mit Tieren und Pflanzen sowie mit den daraus hergestellten Erzeugnissen (z. B. Elfenbein, Kaviar oder Tropenholz). Um dieser Gefährdung entgegenzuwirken wurde 1973 das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) beschlossen. Das Abkommen kontrolliert den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten durch Dokumentations- und Genehmigungspflichten sowie Handelsbeschränkungen. Es schützt weltweit rund 5000 Tier- und 28.000 Pflanzenarten. Innerhalb der Europäischen Union wird das Abkommen durch die EG-Verordnung 338/97 umgesetzt. Ergänzend sind die Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes und der Bundesartenschutzverordnung zu beachten.

In Hessen werden die Aufgaben im Zusammenhang mit den internationalen Artenschutzbestimmungen von den Regierungspräsidien wahrgenommen. Sie kontrollieren, ob die artenschutzrechtlichen Kennzeichnungs-, Nachweis- und Dokumentationspflichten innerhalb Hessens eingehalten werden und erteilen die für die Vermarktung streng geschützter Arten erforderlichen EG-Bescheinigungen. Für die Genehmigung von Ein- und Ausfuhren ist das Bundesamt für Naturschutz zuständig (Bundesamt für Naturschutz, Konstantinstr. 110, 53179 Bonn, Telefon: 0228 / 8491-0, E-Mail: citesma@bfn.de ).

Im Zuständigkeitsbereich des Regierungspräsidiums Darmstadt befindet sich mit dem Frankfurter Flughafen ein zentraler Umschlagplatz für den Handel mit artgeschützten Tieren und Pflanzen. In seinem Umfeld ist eine hohe Zahl von Importeuren und Verkaufsmessen anzutreffen. Weitere Besonderheiten der Region Rhein-Main/Südhessen sind das internationale Pelzzentrum Frankfurt, die Offenbacher Lederwarenindustrie und das Elfenbeinhandwerk im Odenwald.

Um zu überprüfen, ob die artenschutzrechtlichen Bestimmungen beachtet werden, führen die Regierungspräsidien regelmäßig Kontrollen bei gewerblichen Züchtern, Händlern, verarbeitenden Betriebe, Messen, Ausstellungen und Börsen durch. Aber auch private Halter von geschützten Tierarten haben bestimmte artenschutzrechtliche Pflichten einzuhalten. So ist z. B. seit 1987 nach den Vorschriften der Bundesartenschutzverordnung die Haltung von Wirbeltieren der besonders geschützten Arten schriftlich anzuzeigen. Seit diesem Zeitpunkt haben dem Regierungspräsidium Darmstadt mehr als 10.000 Halter aus dem südhessischen Raum den Besitz eines oder mehrerer Tiere gemeldet.

Weiterführende Informationen zu den artenschutzrechtlichen Melde-, Buchführungs-, Nachweis-, Kennzeichnungs- und Bescheinigungspflichten (Vordrucke, Merkblätter, Artenlisten etc.) entnehmen Sie bitte der Rubrik Downloads.

Themen
Ausleihmöglichkeit der Ausstellung zum Thema Internationaler Artenschutz
Motto: „Artenschutz betrifft uns alle!“ Die vom Artenschutzdezernat des Regierungspräsidiums Darmstadt konzipierte Ausstellung kann kostenlos von Kreisen, Städten, Gemeinden, Banken, Sparkassen und ähnlichen Institutionen im Regierungsbezirk Darmstadt ausgeliehen werden.

Hessen-Navigator

Wie können wir Ihnen helfen? Geben Sie einen Suchbegriff ein.

SERVICE