Einstufung und Verwertung von Straßenaufbruch

Bei Straßenaufbruch handelt es sich um Abfälle aus Oberbauschichten und aus Bodenverfestigungen des Unterbaus, die bei Bau- und Instandsetzungsarbeiten an Straßen, Wegen, Plätzen und sonstigen Verkehrsflächen anfallen.

Unterschieden wird in Ausbauasphalt (Bindemittel ist hier Bitumen), pechhaltigen Straßenaufbruch (Bindemittel ist hier Pech), hydraulisch gebundenen Straßenaufbruch (z. B. Betondeckenaufbruch), Natur-, Beton- und sonstige Werksteine sowie ungebundenen Straßenaufbruch (ohne Bindemittel).

Einstufungshinweis
Die im pechhaltigen Straßenaufbruch enthaltenen Stoffe Steinkohlenteer, Teeröl und Teerpech sind als krebserzeugend eingestuft. Pechhaltige Straßenaufbruchmaterialien werden gemäß Abfallverzeichnis-Verordnung als „kohlenteerhaltige Bitumengemische“ bezeichnet und damit als gefährliche Abfälle unter dem Abfallschlüssel 17 03 01 eingestuft.

Zur Untersuchung auf Pechbestandteile wird insbesondere das so genannte Lackansprühverfahren empfohlen. Hierzu wird eine an der Oberfläche lufttrockene Bruchfläche der Probe dünn mit einem weißen, lösemittelhaltigen Acryllackspray (RAL 9010) angesprüht. Je nach Pechgehalt ist bereits nach wenigen Sekunden eine deutlich grünliche bis gelbbräunliche Verfärbung des Lackes festzustellen.

Verwertungswege
Ausbauasphalt kann im klassifizierten Straßenoberbau im Heiß- oder Kaltverfahren verwertet werden. Für Straßenaufbruch mit Gehalten an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK; Summe von 16 Einzelsubstanzen nachEPA-Liste) über 25 mg/kg und für pechhaltigen Straßenaufbruch kommen lediglich Kaltverfahren in Frage. Bei solchen Kaltverfahren werden dem Straßenaufbruch Granulat-Bindemittel (Spezialzemente oder Bitumenemulsionen) zugesetzt.

Im Deponiebereich ist die Nutzung von Straßenaufbruch im Rahmen des Wegebaus möglich. Hierzu sind die Vorgaben der Deponieverordnung sowie die Genehmigungssituationen der einzelnen Deponien zu berücksichtigen.
Detaillierte Informationen zu den hier angesprochenen Punkten finden Sie im nebenstehenden Download „Merkblatt Entsorgung von Bauabfällen“.

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