Praktische Hilfe für heimische Arten

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Biber im Wasser schwimmend

Viele wildlebende Tier- und Pflanzenarten sind in ihrem Bestand bedroht, weltweit und auch bei uns. Praktische Hilfsmaßnahmen sollen die Populationen auch außerhalb spezieller Schutzgebiete gezielt stützen und fördern. Dies geschieht zum Beispiel durch die Anlage von Laichgewässern für seltene Amphibien oder die Sanierung von Trockenmauern als Rückzugsort für Reptilien. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Arten, die im Anhang IV der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) genannt sind. Vorrang haben diejenigen Arten, die sich in Hessen in einem schlechten Erhaltungszustand befinden bzw. für die Südhessen aufgrund der regionalen Verbreitung eine besondere Verantwortung trägt.

Das Regierungspräsidium Darmstadt fördert als Obere Naturschutzbehörde u.a. folgende Arten: Äskulapnatter – Moorfrosch – Knoblauchkröte – Wechselkröte – Haarstrangwurzeleule – Trauerwidderchen - Heller und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling – Dolden-Winterlieb – Arnika.

Außerdem ist die Obere Naturschutzbehörde für Biber-Maßnahmen und das Bibermanagement verantwortlich. Dieses umfasst Beratung, Prävention, Organisation und Umsetzung von Maßnahmen zur Konfliktlösung bzw. Schadensabwehr und -minimierung.

Hilfsmaßnahmen für Fischarten, wie die Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses unternimmt das Regierungspräsidium Darmstadt als Obere Fischereibehörde. Darüber hinaus betreut sie schwerpunktmäßig Arten wie Schlammpeitzger, Edelkrebs, Steinkrebs und Bachmuschel (Näheres finden Sie unter Fischartenschutz).

Mit Hilfe von Bewirtschaftungsplänen für Arten vereinbart und koordiniert die Obere Naturschutzbehörde die Umsetzung von Hilfsmaßnahmen mit verschiedenen örtlichen Partnern (z.B. Forstämter, Landräte, Kommunen, Verbände). Rechtliche Grundlage bildet § 5 des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz (HAGBNatSchG). Soweit die Maßnahmen Naturschutzgebiete oder NATURA 2000-Gebiete betreffen, werden sie in das dortige Gebietsmanagement integriert.

Die Bewirtschaftungspläne bauen im Regelfall auf den Artenhilfskonzepten des Landes Hessen auf. Diese werden im Auftrag von Hessen-Forst FENA durch Fachgutachter erstellt, die auch zur Beratung bei der Umsetzung der Maßnahmen zur Verfügung stehen. Bei Vogelarten liegt die Zuständigkeit bei der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Ebenfalls im Auftrag von Hessen-Forst FENA erfasst das Bundes- und Landesstichproben-Monitoring, wie sich der Zustand der Arten entwickelt. Die Ergebnisse gehen ein in den Bericht nach Artikel 17 der FFH-Richtlinie an die EU.

Über neben stehende Links und den NATUREG-Viewer können Sie nähere Informationen zu einzelnen Tier- und Pflanzenarten abrufen.