Die aktuelle Kartierung macht außerdem die große Bedeutung von Schutzgebieten deutlich: Innerhalb der Schutzgebiete wurde eine wesentlich höhere biologische Vielfalt festgestellt als außerhalb. Dort wurden auch deutlich mehr wertvolle Biotope erfasst. „Die Ergebnisse sind eine erfreuliche Bestätigung unserer gemeinsamen Naturschutzarbeit“, sagt Henriette Wache. Sie zeigten, dass sich die Artenvielfalt in einem Gebiet deutlich verbessert, wenn Behörden, Landwirtschaft, Kommunen und Naturschutzverbände an einem Strang ziehen.
Besonders wertvoll sind die Stromtalwiesen der Maulbeeraue. Sie nehmen aktuell knapp 20 Hektar ein, mehr als zehn Hektar davon wurden der besten Wertstufe zugeordnet. Die Lage in der Rheinaue, das ausgeprägte Mikrorelief mit Flutmulden und Flutrinnen und die weitgehend natürliche Überschwemmungsdynamik schaffen besondere Lebensbedingungen. Hier kommen zahlreiche seltene und gefährdete Pflanzenarten vor. Besonders hervorzuheben ist der Kanten-Lauch mit seinen duftenden rosa Blütenbüscheln. Auch die blütenreichen Straußampfer-Margeriten-Wiesen mit Wiesen-Margerite, Wiesen-Glockenblume, Straußampfer und Schafgarbe sind charakteristisch für die Maulbeeraue.
Auch die Sperrung der Maulbeeraue für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr, die gemeinsam mit der Stadt Lampertheim und der HLG erreicht wurde, entlastet die wertvollen Wiesen. Informationstafeln, die gemeinsam mit dem NABU Bingen, dem NABU Nordheim und der Gemeinde Biblis aufgestellt wurden, machen die besondere Bedeutung des Gebiets in der Bevölkerung bekannt. Bei der Deichmahd berücksichtigt der Staatliche Wasserbau beim RP Darmstadt zudem seltene Pflanzenarten und schafft so bessere Entwicklungsmöglichkeiten entlang der Deiche, unter anderem für die Orchidee Bocks-Riemenzunge.