Jung sagte weiter: „Ich wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Weinbaudezernats für die Zukunft, dass sie unseren Weinbaubetrieben weiterhin mit ihrer hohen fachlichen Kompetenz und der großen Verlässlichkeit als starker Partner und Impulsgeber für einen zukunftsfähigen Weinbau in Hessen zur Seite stehen.“
Eltvilles Bürgermeister Patrick Kunkel überbrachte die Glückwünsche der Stadt und hob die enge Verbindung zwischen Stadt und Weinbaudezernat hervor. Er sprach über die gravierenden Folgen des Klimawandels für den Weinbau und die damit einhergehenden Zukunftsaufgaben für alle Beteiligten. Kunkel bezeichnete das Weinbaudezernat als „Kompetenzstandort für ganz Hessen“.
Peter Seyffardt, Präsident des Rheingauer Weinbauverbands e. V., sprach über die Zusammenarbeit zwischen Verband und Weinbaudezernat. Er erwähnte die wichtige Bedeutung der Fachbehörde. „Manchmal erkennt man erst mit zeitlicher Verzögerung die Sinnhaftigkeit mancher Entscheidungen“, gab er einen Einblick in die Praxis und lobte: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben immer ein offenes Ohr für die Winzerschaft.“
Charlotte Freiberger-Rabold, Vorstandsmitglied Weinbauverband Hessische Bergstraße e. V., überbrachte die Glückwünsche von der Hessischen Bergstraße. „Wir sind dankbar, mit dem Weinbaudezernat einen verlässlichen Partner an unserer Seite zu haben“, sagte sie. Freiberger-Rabold erwähnte viele fachliche Themen und Aufgaben, die die Arbeit der Winzerinnen und Winzer unmittelbar betreffen.
Das Weinbaudezernat wurde im Jahr 2001 eingerichtet. Mit der Bündelung der staatlichen Aufgaben rund um den Weinbau entstand eine landesweit zuständige Fachbehörde, die seitdem die hessischen Anbaugebiete betreut. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Umsetzung weinrechtlicher Vorgaben, die Verwaltung von Förderprogrammen, die Durchführung hoheitlicher Verfahren sowie die fachliche Begleitung der Weinbaubetriebe.
Ein Blick in die Vergangenheit:
In den vergangenen 25 Jahren hat das Weinbaudezernat den hessischen Weinbau durch zahlreiche Hochs und Tiefs begleitet. Ob ungewöhnlich hohe Temperaturen, Spätfröste, Trockenperioden oder der Befall durch Schädlinge und Pflanzenkrankheiten, das Dezernat stand den hessischen Winzerinnen und Winzern mit fachlicher Unterstützung zur Seite.
Gleichzeitig hat sich der Standort in Eltville kontinuierlich weiterentwickelt. Von der Einführung des Wetterfaxes im Jahr 2001 über den Sachkundekurs Pflanzenschutz, an dem bislang rund 1.300 Personen teilgenommen haben, bis hin zur Neuentwicklung der Weinbaukartei wurden Service und Verwaltungsverfahren kontinuierlich ausgebaut und modernisiert. Dabei ist die enge Zusammenarbeit mit den Weinbaubetrieben, den Verbänden und weiteren Partnern zu einem wichtigen Erfolgsfaktor geworden.
Hintergrund:
Zur Historie des Weinbau-Dezernats
1923 hat die Landwirtschaftskammer Hessen-Nassau das Grundstück in der Walluferstraße 19 gekauft. Ziel war es, ein Lehrweingut zu Schulungszwecken zu schaffen. 1954 wurde dort ein Gebäude für den Schulbetrieb errichtet. Daneben wurde ein Weinlabor installiert, in dem die Reife der Trauben sowie Weinparameter ermittelt und Schädlinge untersucht werden.
Im Zuge der Neuorganisation der landwirtschaftlichen Verwaltung in Hessen wurde die Landwirtschaftskammer 1969 aufgelöst und durch ein Amt mit angeschlossener Schule ersetzt. Gleichzeit war die Reblaus-Bekämpfung von der Hochschule Geisenheim an das neue Weinbauamt übertragen worden. Deshalb wurde dort ein weiteres Gebäude errichtet.
Bis Ende der 1980er Jahre betrieb das Amt mit seiner Schule in den Gemarkungen rund um Eltville selbst Weinbau zu Versuchszwecken. Später wurden die Flächen verkauft bzw. die Pachtverträge beendet. Im Jahr 2000 wurde die Weinbauschule aufgelöst, das Landesamt in der Folge ebenfalls. Die Zuständigkeit für den hessischen Weinbau ging zum 1. Januar 2001 auf das Regierungspräsidium Darmstadt über. Der Sitz in Eltville blieb bestehen.