Wiesbaden. Mit dem Ziel, das aktuelle Abflussgeschehen im Hochwasserfall unter den örtlichen Gegebenheiten abzubilden, startet das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt die hydraulische Modellierung, um das Überschwemmungsgebiet am Eschbach zu überarbeiten. Um möglichst viele relevante Daten zu sammeln und das Ergebnis damit genauer zu machen, bittet die Umweltabteilung Wiesbaden nun die Bevölkerung um Mithilfe.
Das Überschwemmungsgebiet des Eschbachs, das im Jahr 2002 festgesetzt und zuletzt 2013 erweitert wurde, umfasst auch die Nebengewässer in Bad Homburg, Oberursel und Frankfurt. Diese Gebietsabgrenzung wird derzeit im Auftrag der oberen Wasserbehörde beim RP Darmstadt überarbeitet. Nach Abschluss der Gewässervermessungen im Jahr 2025 beginnt nun die Phase der hydraulischen Modellierung.
Für die Modellierung wird zunächst ein zweidimensionales Rechenmodell erstellt, das das umliegende Gelände möglichst genau abbildet. Anschließend werden mit diesem Modell verschiedene Abflusszustände berechnet. Die Ergebnisse, insbesondere die Wasserspiegellage, werden anschließend in einem nachgelagerten Schritt mit realen Beobachtungsdaten abgeglichen und das Modell auf die tatsächlichen Abfluss- und Überflutungsbedingungen angepasst.
Nach Abschluss der Modellplausibilisierung werden Rechenläufe gestartet, die als Grundlage für die Festsetzung des Überschwemmungsgebiets dienen. Im Rahmen des Festsetzungsverfahrens wird die Bevölkerung die Möglichkeit haben, die erstellten Karten einzusehen. Eine entsprechende Information über die Offenlage erfolgt rechtzeitig.
Um eine möglichst breite Datenbasis zu erhalten, bittet das RP Darmstadt die Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung. Gesucht werden insbesondere Pegeldaten, Hochwassermarken, Fotos und Luftbilder vergangener Hochwasserereignisse, Karten mit Überflutungs-Ausbreitungslinien sowie historische Berichte und Zeitungsartikel. Alle eingereichten Informationen müssen georeferenziert, also örtlich genau verortbar, sein. Nur dann können sie für die weitere Modellierung verwendet werden. Besonders hilfreich sind ergänzende Angaben, die das Ereignis spezifizieren, etwa das Jahr oder die Abflussmenge.
Wichtig sind insbesondere Daten zu zurückliegenden, datierten Hochwasserereignissen am Eschbach und seinen Nebengewässern, die georeferenziert sind (mit Koordinaten, Adressen oder Flurstücksnummern). Falls die eingereichten Informationen für den weiteren Prozess geeignet sind, werden sie an das beauftragte Ingenieurbüro zur Auswertung weitergegeben. Eine Veröffentlichung der Daten erfolgt nicht.