Eine Gruppe von Menschen schauen in die Kamera

Regierungspräsidium Darmstadt

RP Darmstadt stärkt Feldhamster-Schutz

Um sie vor dem Aussterben zu schützen, hat das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt in einem gemeinsamen Projekt mit den örtlichen Landwirten, dem Landschaftspflegeverband Darmstadt-Dieburg, der Zuchtstation des Landes Hessen und der Landschaftspflegeabteilung des Landkreises Darmstadt-Dieburg jüngst 37 Feldhamster bei Pfungstadt ausgewildert. An diesem Termin nahm auch Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt teil, der im vergangenen Jahr den entsprechenden Förderbescheid an den Landschaftspflegeberband übergeben hat. Mit diesem Projekt werden bis 2029 jährlich etwa 30 Feldhamster in die Freiheit entlassen.

Die bereitgestellte landwirtschaftliche Fläche bei Pfungstadt, ohne die eine Auswilderung nicht möglich wäre, gehört zu einem der letzten noch besiedelten Populationsräume in Südhessen. Durch die Kooperation und eine kontinuierliche Auswilderung soll der Lebensraum der Tiere dort verbessert werden. Zum Erhalt des Feldhamstervorkommens ist es für den Bestandsschutz entscheidend, die Tiere auszuwildern. Um den Erfolg der Aktion zu dokumentieren und messbar zu machen, sind begleitende Maßnahmen wie Kartierungen der Hamster-Baue, Fotofallen, Nachweise mittels Wärmebilddrohne, Telemetrie und Fang-Wiederfanguntersuchungen vorgesehen.

RP beim Auswildern der Feldhamster

Mit Blick auf das vergangene Jahr wurde nun die Auswilderungsfläche kartiert. Gefunden wurden schon ungefähr 30 geöffnete Bauten. Weiterhin wurden 19 Feldhamster, die mutmaßlich alle in den vergangenen zwölf Monaten dort geboren wurden, gefangen und zur Identifikation gechipt (ähnlich wie bei Haustieren). Die ausgewilderten Tiere wurden bereits in der Zuchtanlage gechipt.

Für die nächsten fünf Jahre stehen kontinuierlich Feldhamster aus der Zuchtstation des Landes Hessen bereit. Betreut wird die Zuchtstation von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Die für das Projektgebiet „Eschollbrücken“ in diesem Jahr vorgesehenen 37 Tiere wurden nun ausgesetzt. Im vergangenen Jahr waren es 30 Feldhamster.

„Am Beispiel des Feldhamsters wird deutlich, vor welchen Aufgaben und Chancen der moderne Artenschutz steh", erklärt Regierungspräsident Hilligardt.

Der Schutz unserer biologischen Vielfalt ist essenziell. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Forschung ist entscheidend, um gefährdete Arten langfristig in ihrer natürlichen Umgebung zu bewahren.

Prof. Dr. Jan Hilligardt Regierungspräsident

Ziel des Projekts ist es, eine sich selbst erhaltenden Population zu etablieren. Die Auswilderung der Feldhamster erfolgte in einem sogenannten „Hamsterhotel“, das mit einem Elektrozaun zum Schutz der Tiere abgegrenzt ist, in enger Abstimmung aller Beteiligten. Dies hat sich in der Vergangenheit bereits in anderen Projekten bewährt.

Hintergrund:

Der Feldhamster ist in Hessen und weltweit vom Aussterben bedroht. Die Zahl der bekannten einheimischen Vorkommen ist innerhalb weniger Jahrzehnte von 58 auf aktuell noch zehn Populationen geschrumpft.

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