Acht Personen stehen vor weißem Hintergrund in Raum

Regierungspräsidium Darmstadt

RP trifft sich mit Landschaftspflegeverbänden in Darmstadt

Zusammenarbeit beim Management von Schutzgebieten sorgt für Akzeptanz vor Ort

Darmstadt. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt hat sich heute mit den Landschaftspflegeverbänden im Regierungsbezirk zu einem ganztägigen Austausch getroffen. Im Fokus stand die Zusammenarbeit beim Management von Schutzgebieten und die Förderung der Landschaftspflegeverbände durch das Land Hessen. Etliche Naturschutzmaßnahmen konnten dadurch schon erfolgreich umgesetzt werden.

„Die Landschaftspflegeverbände tragen durch ihre kooperative und praxisnahe Arbeit zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Südhessen bei“, sagt Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt. Durch die Einbindung von Akteuren aus der Landwirtschaft des ehrenamtlichen Naturschutzes und der Kommunen seien die Projekte praktikabel und träfen vor Ort auf eine hohe Akzeptanz.

Fachleute des RP Darmstadt berichteten bei dem Austausch über Aktuelles aus dem Naturschutz und künftige Aufgabenschwerpunkte. Weitere Themen waren das Schutzgebietsmonitoring und die Finanzierung von geplanten Maßnahmen und Projekten. Für die Verbände bestand die Gelegenheit zum Austausch über ihre bisherigen Erfahrungen.

Das RP Darmstadt fördert die Landschaftspflegeverbände in Südhessen mit Landesmitteln. Diese gemeinnützigen Vereine setzen sich gleichberechtigt aus Vertretern der Landwirtschaft, des Naturschutzes und der Kommunalpolitik zusammen. 2025 konnten erstmals in allen zehn Landkreisen im Regierungsbezirk Darmstadt solche Verbände mit einer Gesamtsumme von 1,9 Millionen Euro gefördert werden. Für 2026 hat das RP Darmstadt erneut rund 2 Millionen Euro bewilligt, die in die Vorbereitung, Begleitung und Evaluation von Naturschutzmaßnahmen fließen.

Der Schwerpunkt der Förderung liegt auf der Umsetzung von Maßnahmen in europaweit geschützten Natura-2000-Gebieten, einem europäischen Schutzgebietsnetz, und dort vor allem im Offenland. Ziel ist es, seltene Arten und Lebensräume zu erhalten oder wiederherzustellen. Dabei arbeiten die Landschaftspflegeverbände eng mit der Oberen Naturschutzbehörde beim RP Darmstadt sowie den vor Ort zuständigen Forstämtern und Landräten zusammen.

Hier einige aktuelle Beispiele für Projekte zum Erhalt der biologischen Vielfalt:

·        Beratung und Begleitung von Landwirtinnen und Landwirten bei der naturschutzgerechten Bewirtschaftung artenreichen Grünlands, zum Beispiel durch extensive Beweidung oder Mahd.

·        Artenschutzprojekte für seltene und gefährdete Arten, etwa für den Feldhamster, das Rebhuhn oder Amphibien.

·        Erhalt und Wiederherstellung der für Südhessen typischen Streuobstwiesen: Die Landschaftspflegeverbände erarbeiten Konzepte zur Pflege und Neuanlage von Streuobstwiesen. Dazu gehört die Beratung von Grundstückseigentümern zur naturschutzgerechten Bewirtschaftung und zur Beantragung von Fördermitteln für den notwendigen Schnitt der Obstbäume. Diese Maßnahmen kommen seltenen Arten wie dem Steinkauz, dem Gartenrotschwanz oder dem Wendehals zugute, die auf alte Obstbäume und strukturreiche Wiesen angewiesen sind.

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