Die Karl Mayer Grundstücksgesellschaft will einen ehemaligen Gewerbestandort in Obertshausen wiederbeleben. Im Rahmen der Baumaßnahmen für das künftige Karl-Mayer-Quartier werden die Schadstoffe entfernt, sodass eine Wohnbebauung am Standort möglich ist. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt als Obere Bodenbehörde hat der Sanierung der gut einen Hektar großen Fläche jetzt zugestimmt.
Ein städtebauliches Konzept für die Fläche ergab, dass die Umnutzung des Altstandortes, der über Jahrzehnte gewerblich genutzt wurde, möglich ist. Aus Sicht des RP Darmstadt ist das Projekt nicht nur aufgrund der Bodensanierung positiv. Auch um dem weiteren Flächenverbrauch in der Region entgegenzuwirken, ist die Inanspruchnahme ehemaliger Gewerbestandorte ein sinnvolles Mittel.
Aufgrund der ehemaligen gewerblichen Nutzung des Areals in der Brühlstraße bestehen Verunreinigungen in Boden und Grundwasser, die im Rahmen des Neubauprojekts saniert werden. Durch die geplante Tiefgarage entstehen Synergien im Hinblick auf die Sanierung der Bodenverunreinigung. Sobald der Verbau für die Sicherung der Baugrube fertig ist, wird der Boden im Rahmen des Erdaushubs bis in Tiefen von vier Metern saniert. Das Volumen des Aushubs wird auf rund 28.000 Kubikmeter geschätzt.
Die Baugrube soll bis voraussichtlich Juli fertig sein. Um sicherzustellen, dass keine Bodenkontaminationen übrigbleiben und überbaut werden, werden Schadstoff-Messungen vorgenommen. Das RP Darmstadt als Bodenbehörde überwacht die Sanierung und prüft diese Untersuchungen. Anschließend kann die Karl Mayer Grundstücksgesellschaft mit den Hochbauarbeiten für das neue Wohnquartier beginnen.
Hintergrund
Das Karl-Mayer-Projekt umfasst fast 100 Wohnungen, eine große Kindertagesstätte sowie Gewerbeflächen. Das unmittelbar an der S-Bahn-Station gelegene Areal wird an der Ringstraße und Brühlstraße mit viergeschossigen Riegeln bebaut; im Inneren entstehen vier Stadtvillen. Die Wohnbebauung bildet einen grünen Innenhof mit gemeinschaftlichen Grünflächen zum Spielen und Verweilen. An der Süd-Ost-Ecke entsteht ein begrünter Platz für Außengastronomie eines geplanten Bäckerei-Cafés. Alle Gebäude außer der Kindertagesstätte werden mit gemeinsamer Tiefgarage unterkellert. Durch KfW-55-Standard, Photovoltaik und Wärmepumpen ist das Quartier klimafreundlich.