Fünf Personen stehen auf Anlage

Regierungspräsidium Darmstadt

Regierungspräsident besucht Kläranlage in Bickenbach

Vierte Reinigungsstufe des örtlichen Abwasserverbands ging 2025 in Betrieb

Darmstadt/Landkreis Darmstadt-Dieburg. Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt hat am Freitag die Kläranlage in Bickenbach (Landkreis Darmstadt-Dieburg) besucht. Dort war im vergangenen Jahr eine vierte Reinigungsstufe in Betrieb gegangen. Die Anlage, deren Ausbau das Land Hessen mitfinanziert hat, zählt damit zu den fortschrittlichsten und leistungsfähigsten ihrer Art in Hessen. „Sie leistet einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz hier in unserer Region“, so der Regierungspräsident.

Die Kläranlage leistet einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz in unserer Region.

Prof. Dr. Jan Hilligardt Regierungspräsident
Darmstadt

Die Kläranlage ist für 35.000 Personen ausgelegt. Seit vergangenem April ist die vierte Reinigungsstufe in Betrieb. Sie besteht aus einer Tuchfiltration mit anschließender Ozonung und nachgeschaltetem granulierten Aktivkohlefilter. Davor wurde das Abwasser über die gängigen Verfahrensstufen aufbereitet – dies sind die mechanische Vorbehandlung und Vorklärung (1. Stufe), die biologische Reinigung (2. Stufe) und die Nachklärung mit einer chemisch-physikalischen Behandlung (3. Stufe).

Die vierte Stufe wurde bei laufendem Betrieb errichtet und maßgeblich vom Land Hessen gefördert. Das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) als Obere Wasserbehörde unterstützte bei der Umsetzung des Projekts. Die Anlage wird vom Abwasserverband Bickenbach, Seeheim-Jugenheim betrieben. Das RP ist für deren Genehmigung und Überwachung zuständig. Die Verbandskläranlage in Bickenbach ist die zweite kommunale Kläranlage mit einer vierten Reinigungsstufe in Hessen.

An dem Termin nahmen auch Bickenbachs Bürgermeister Markus Hennemann als Verbandsvorsteher sowie Geschäftsführer Jörg Stanzel teil.

Hintergrund: Abwasser

Eine gute Aufbereitung des Abwassers durch Kläranlagen ist insbesondere im Hessischen Ried wichtig, da es hier große Grundwasservorkommen gibt, mit denen die Trinkwasserversorgung im Rhein-Main-Gebiet sichergestellt wird. Geringe, gut durchlässige Deckschichten begünstigen dort die Infiltration von Oberflächenwasser in das Grundwasser und damit die Grundwasserneubildung.

Mit den klassischen Behandlungsschritten (Stufen 1 bis 3) werden durch biologische Verfahren und chemisch Fällungsprozesse hauptsächlich Nitrat und Phosphor im Abwasser minimiert. Die vierte Reinigungsstufe ermöglicht es, neben einer weiteren Reduktion des Phosphoreintrags, auch Spurenstoffe (unter anderem Arzneimittel, Biozide, Haushalts- und Industriechemikalien) zurückzuhalten.

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