Darmstadt. Mit dem Hochwasserschutz als Ziel hat das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt dem Wasserverband Gersprenzgebiet den Bau einer Hochwasserschutzwand in der Gemeinde Münster (Hessen) an der Gersprenz plangenehmigt. Außerdem umfasst der Bescheid den naturschutzrechtlichen Eingriff. Diesen hat Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt heute Vormittag im südhessischen Münster in Anwesenheit des Bürgermeisters Joachim Schledt an den Geschäftsführer des Wasserverbands, Matthias Sottong, überreicht.
Zum Schutz vor Hochwasser wird entlang der Gersprenz in Münster eine rund 630 Meter lange Schutzmauer errichtet. Sie verläuft südlich und nördlich der Bahnlinie bis zu den Brücken „Bahnhofsstraße“ und „Frankfurter Straße“ und ist so ausgelegt, dass sie bei einem sogenannten HQ100-Ereignis – einem statistisch alle 100 Jahre auftretenden Hochwasser – die angrenzenden Wohngebiete wirksam vor Überflutungen schützt.
Die Planung der Maßnahme geht auf frühere Untersuchungen zurück, die gezeigt haben, dass insbesondere ein Wohngebiet entlang der Gersprenz im Überschwemmungsgebiet liegt und bislang nicht ausreichend geschützt ist. Die Umsetzung stellte sich als anspruchsvoll dar, da die Platzverhältnisse beengt sind, die Bebauung sehr nah am Gewässer liegt und gleichzeitig Anforderungen des Naturschutzes berücksichtigt werden mussten. Dennoch wurde eine tragfähige Lösung entwickelt, bei der sowohl technische als auch ökologische Aspekte einbezogen wurden. Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Gersprenz werden als gering eingeschätzt.
Bei der Übergabe hob Regierungspräsident Hilligardt die Bedeutung des Hochwasserschutzes hervor: „Die Auswirkungen vergangener Hochwasserereignisse haben viele Menschen noch genau im Gedächtnis. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig vorzusorgen und verlässliche Schutzmaßnahmen umzusetzen“, betonte Prof. Hilligardt.